Selenskyj kritisierte außerdem erneut die Flugabwehr. Die Arbeit der Luftstreitkräfte gegen die Kampfdrohnen der ursprünglich iranischen Bauart Shahed sei unbefriedigend, sagte er. Die Arbeit der Luftstreitkräfte müsse umorganisiert werden. Darüber sei mit Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow gesprochen worden, führte er aus und kündigte Konsequenzen an. Bereits am Vortag hatte Selenskyj die Neuorganisation der Flugabwehr angekündigt und den erfolgreichen Kommandeur einer Drohneneinheit, Pawlo Jelisarow, zum Vizekommandeur der Luftwaffe gemacht.
Der Kreml-Gesandte Kirill Dmitrijew hat beim Weltwirtschaftsforum in Davos in der Schweiz eigenen Angaben zufolge „konstruktive“ Gespräche mit seinen US-Kollegen über eine Beendigung des Kriegs in der Ukraine geführt. „Die Treffen sind konstruktiv, und immer mehr Menschen erkennen, dass Russlands Position richtig ist“, sagte Dmitrijew am Dienstag nach einem Treffen mit dem US-Sondergesandten Steve Witkoff und dem Präsidenten-Schwiegersohn Jared Kushner vor Journalisten.
Dmitrijew hatte zuvor im Onlinedienst X erklärt, dass er in Davos eingetroffen sei. Dazu postete er ein Friedenstauben-Emoji. Dmitrijew hatte für die russische Regierung im Dezember an Gesprächen in Florida mit den US-Gesandten Kushner und Witkoff über die Zukunft der Ukraine teilgenommen. Auch diese hatte er bereits als „konstruktiv“ und „nützlich“ bezeichnet.
Für die Ukrainer ist es der bislang schlimmste Kriegswinter. Doch unterkriegen lassen sich die Menschen von Russlands Angriffen nicht, berichtet ein Bewohner von Kiew. Mehr dazu lesen Sie hier.
Für den Unterhalt der ukrainischen Armee sind nach Angaben der Regierung innerhalb der nächsten zehn Jahre mehrere Hundert Milliarden Euro notwendig. „Wenn sich die Situation nicht ändert, das heißt das aggressive Verhalten Russland bezüglich Europas und der Welt, dann kann das in den nächsten zehn Jahren bis zu 700 Milliarden US-Dollar (gut 600 Milliarden Euro) kosten“, sagte der für die EU- und Nato-Integration zuständige ukrainische Vizeregierungschef Taras Katschka beim Weltwirtschaftsforum in Davos.
Wirtschaftsminister Olexij Sobolew zufolge handelt es sich bei der Summe um Verteidigungsausgaben, die nicht im ukrainischen Etat festgeschrieben sind – und somit von außerhalb kommen müssen. Den dazu kommenden ukrainischen Anteil aus dem Haushalt an den Verteidigungsausgaben der kommenden zehn Jahre bezifferte er auf umgerechnet 425 Milliarden Euro.