Es ist Derby-Zeit – und das merkt man auch an der Wortwahl. Dynamos Tim Schreiber (23) beherzigt das vorm Elb-Clásico am Samstagabend beim 1. FC Magdeburg.

Der Torwart war sofort Feuer und Flamme für den Ost-Kracher im Abstiegskampf, sagte: „Die Partie spielt für uns und die Fans eine große Rolle. So ein Spiel, so ein Derby – da muss es halt bei jedem dreifach brennen.“

Schon nach dem 2:0-Sieg zum Jahresauftakt gegen Fürth stimmten sich die Dresdner Kicker vorm K-Block ein, entrollten noch das alte Banner mit dem zerschmetterten Magdeburg-Wappen. „Dynamo-Fans gegen den 1. FCM“, heißt es dort.

Dynamos Tim Schreiber lenkte im Hinspiel gegen Magdeburg (1:2) diesen Ball über die Latte

Dynamos Tim Schreiber lenkte im Hinspiel gegen Magdeburg (1:2) diesen Ball über die Latte

Foto: Olaf Rentsch

Schreiber hat gute Chancen, die aufgeheizte Flutlicht-Atmosphäre beim Erzrivalen mitzunehmen. Durch das erste Zu-Null-Spiel dürfte Trainer Thomas Stamm (42) gerade jetzt keinen Grund haben, den Keeper zu wechseln.

Auf die Frage danach reagierte der gebürtige Freitaler jedoch richtig gereizt: „Torwart ist eine spezielle Position. Die Unruhe bringt ihr rein – nicht ich, ihr macht die Schlagzeilen, nicht wir. Alles andere ist mir relativ egal. Intern ist alles geklärt, ich muss meine Leistung auf dem Platz bringen.“

Tolle Geste von Grill für Schreiber

Doch eins ist Fakt: Einen neuen Torhüter hat der Verein verpflichtet – nicht „die Medien“. SGD-Sportdirektor Sören Gonther (39) hat aus freien Stücken eine sechsstellige Ablösesumme an Energie Cottbus gezahlt, um Schreibers neuen Konkurrenten Elias Bethke (22) aus dem Vertrag zu kaufen.

Leistung gegen Fürth als Benchmark

Eher hat das Torwarttalent recht, wenn er sagt: „Besser geht’s defensiv ja nicht. Man will jedes Spiel zu null absolvieren. Wenn das jedes Mal so ist, werde ich auch jede Woche zwischen den Posten stehen. Die Leistung muss eben weiter so stattfinden.“

Sonst gibt er sich cool: „Es tut uns doch gut, wenn wieder einer Qualität reinbringt. Das hilft doch jedem im Konkurrenzkampf.“ Eine tolle Geste erntete Schreiber außerdem nach Schlusspfiff vom schwer am Knie verletzten Lennart Grill (26). Der Keeper-Kollege schlug ihm freundschaftlich zur Gratulation auf die Brust.

Glück gehabt: Hier sprang der Ball gegen Fürth (2:0) vom Pfosten zurück ins Feld und in Schreibers Arme

Glück gehabt: Hier sprang der Ball gegen Fürth (2:0) vom Pfosten zurück ins Feld und in Schreibers Arme

Foto: Olaf Rentsch

Aber warum funktionierte der Defensivverbund, der überhaupt erst nach 85 Minuten bei einem Pfostenschuss eine gefährliche Chance zuließ, diesmal so gut? Jetzt übt Schreiber schon Schlagzeilen: „Die große Überschrift ist Klarheit. Wir haben in der Vorbereitung viel in der Kette zusammengespielt, viel Gewöhnungszeit bekommen.“

Zwei Neuzugänge stabilisieren Dynamo

Das ist auch sein Vorteil gegenüber Bethke. Der Aufstiegsheld der Vorsaison kennt die Mitspieler bei Dynamo Dresden bestens, konnte sich nun bereits mit den Neuzugängen Thomas Keller (26, Leihe aus Heidenheim) und Robert Wagner (22, Leihe aus Freiburg) vertraut machen.

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„Thomas war sehr klar und abgeklärt. Seine Erfahrung hat man gewissermaßen gespürt, er strahlt Ruhe aus. Im Coaching waren wir im Block sehr gut. Robert hat als Sechser viele Laufwege auf sich genommen. Und so wie es lief, war es top und dann geht es weiter.“ Am besten mit viel „Feuer“ auf dem Platz in Magdeburg