Im abgeschlossenen Geschäftsjahr 2025 hat die Weiss Kunststoffverarbeitung GmbH & Co. KG mit Sitz in der Rudolf-Diesel-Straße in Illertissen zügig auf die verhaltene Nachfrage reagiert, ihre Investitionsplanung angepasst und mit verringertem Personalbestand ein positives Ergebnis erzielen können. Das teilt die Firma mit. Für 2026 ist die Geschäftsführung verhalten optimistisch: Die Lage werde herausfordernd bleiben, aber neue Projekte aus unterschiedlichen Kundenbranchen sollen rückläufige Abrufe zumindest teilweise kompensieren.
Nach unten korrigierte Abrufe der Kunden und verschobene Neuprojekte habe bei Weiss im Jahr 2025 zu einer geringeren Auslastung der beiden Werke in Illertissen und Györ/ Ungarn und zu einem Umsatzrückgang im einstelligen Prozentbereich geführt. Jürgen B. Weiß, geschäftsführender Gesellschafter in dritter Generation: „Wir haben auf diese Situation – die sich bereits im zweiten Halbjahr 2024 abzeichnete – schnell reagiert, unter anderem mit mehreren Monaten Kurzarbeit. Als absehbar war, dass sich die Situation so schnell nicht bessert, haben wir in Abstimmung mit dem Betriebsrat Aufhebungsverträge mit einigen Mitarbeitern geschlossen und die Kurzarbeit beendet.“ Das Unternehme hat sich von sechs Prozent der Mitarbeiter getrennt, gibt eine Pressesprecherin auf Nachfrage Auskunft. Weil man wisse, wie schwer Fachkräfte zu bekommen sind, habe es sich vor allem um Mitarbeiter gehandelt, die kurz vor der Rente standen. Aktuell beschäftigt Weiss in Illertissen 176 Mitarbeiter, in Ungarn 81.
Weiss Kunststoffverarbeitung passt Personal an Auftragslage an
„Jetzt sind wir auf einem Stand, der dem aktuellen Auftragsvolumen entspricht und auch noch Kapazität für die neuen, im Jahr 2026 anlaufenden Projekte bereithält.“ Damit sei das Unternehmen bisher gut durch die Krise gekommen, die sowohl die eigene Branche als auch wichtige Kundenbranchen erfasst hat, und schaue mit Optimismus auf das laufende neue Jahr. Anlass gebe, dass größere Projekte kurz vor dem Serienstart stehen – in der Automobilindustrie, aber auch in neuen Branchen wie der Intralogistik und dem Sonderfahrzeugbau.
Teilweise habe Weiss hier langfristige Verträge abgeschlossen, die neben dem Spritzguss auch die Montage und die Lieferung kompletter Funktionsbaugruppen vorsehen. Mit einer echten Besserung der (Kunststoff-)Konjunktur rechnet Jürgen B. Weiss allerdings vorerst nicht: „Die Gesamtlage wird wohl herausfordernd bleiben. Wir sind aber gut aufgestellt, haben die Kosten im Griff und beherrschen auch komplexe Prozesse der Kunststoffverarbeitung. Und wir sind ein finanziell unabhängiges Familienunternehmen.“ Gegründet wurde die Firma im Jahr 1946. (AZ/kam)

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Karen Annemaier
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