Wie zufrieden die Mitglieder der FBG Augsburg-West e. V. sind, zeigte sich bei der jüngsten Jahreshauptversammlung durch einen Besucherrekord – und nicht zuletzt durch einstimmige Beschlüsse.

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Toni Ledermann
Interessante Einblicke in die Forstpolitik gab Freiherr Franziskus Gumppenberg (Bild) in die Forstpolitik in Berlin und Brüssel.
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Zum ersten Mal musste das Nebenzimmer des großen Saals im Gasthof Traube hinzugezogen werden, um alle Interessenten aufnehmen zu können, berichtete der erste Vorsitzende Bruno Baumeister. Unter den Gästen waren unter anderem viele Branchen- und Kommunalvertreter sowie Josef Lessmann, der Memminger FBG-Vorsitzende und erste Vorsitzende der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Schwaben e. V.
Mehrwert für Mitglieder – das schmeckt allen
Baumeister ließ die Ereignisse des vergangenen Jahres Revue passieren. Dabei erwähnte er die bei der vergangenen Jahreshauptversammlung beschlossene Satzungsänderung und den Jahresausflug. Er betonte den guten Geschäftsverlauf, durch den es möglich sei, die Mitgliederverpflegung auf der Versammlung zu übernehmen. Darüber hinaus sei es der FBG möglich gewesen, den Mitgliedern, mit denen sie im vergangenen Jahr zusammengearbeitet habe, eine finanzielle Rückerstattung von 0,75 €/Fm zu gewähren. Insgesamt kommt auf diese Weise eine Rückerstattung von 48.000 € in diesem Geschäftsjahr zusammen.

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Fotos: Toni Ledermann
Neu auf dem Markt sind die „Ko-Ma.G“-Zaunsysteme. Dank des Stecksystems lassen sich Zäune schnell umsetzen.
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Vom Augsburger Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) ging Abteilungsleiter Markus Riebler auf waldbauliche Angelegenheiten ein – zum Beispiel auf das Borkenkäfermonitoring und den digitalen Antrag. Förderprogramme seien ein wichtiger Baustein, um den Waldumbau in der Region voranzutreiben. Bei Fragen steht das Amt zur Verfügung.
Waldgemeinschaft mit Rückgrat: Rekordbesuch bei der Jahreshauptversammlung
Steuerberater Klaus Seitz von der „Berata“ aus Augsburg erläuterte den Jahresabschluss zum 30. Juni 2025 über das Geschäftsjahr 2024/2025. Dabei waren zwei Faktoren besonders wichtig: Man habe eine Rücklage in Höhe von 101.176,67 € geschaffen. Die Umsatzerlöse hätten bei fast 8 Mio. € gelegen – im Vergleich dazu seien es im Vorjahr 5,6 Mio. € gewesen.
Ziel der heimischen FBG sei es nicht, einen möglichst hohen Gewinn zu erwirtschaften, führte Baumeister weiter aus. Nichtsdestotrotz ermögliche der derzeit gute Holzmarkt die erzielten Vermarktungsmengen.
Waldbesitzer stehen vor großen Herausforderungen
Auf die „vielschichtigen Herausforderungen“ für die Waldbesitzer ging Franziskus Freiherr von Gumppenberg ein, der Vizepräsident des Bayerischen Waldbesitzerverbandes und Vorsitzender der Hegegemeinschaft Pöttmes. Teilweise führe es zu Unverständnis, was in Berlin und Brüssel beschlossen werde. Ihm gehe der oft beschworene Bürokratieabbau nicht schnell genug.
Die bayerischen Waldverbände würden sich stark gegen die Bürokratie einsetzen und verdeutlichen, dass Waldbesitzer Hilfe benötigen. Erreicht worden sei ein Kompromissvorschlag mit Verbesserungen. „Wir werden weiter massiv vorgehen, wo dies notwendig ist“, machte von Gumppenberg deutlich.
Darüber hinaus ging er auf die Wiederherstellungsverordnung aus dem Jahr 2024 ein. Dazu zählt die Wiederherstellung beschädigter Ökosysteme. Der dabei von der EU vorgeschlagene Weg der Wiederherstellung von Ökosystemen betitelte der Referent als „absurd“.
Vom Borkenkäfer bis Brüssel: Waldbesitzer fordern weniger Bürokratie
Ein weiteres Thema war die Jagdschutznovelle. „Wir haben uns mehr erhofft für den Wald, aber das ist Politik. Sie besteht darin, auch Kompromisse zu finden“, urteilte von Gumppenberg.
Philipp Hanner, Diplom-Forstwirt und Geschäftsführer der FBG Augsburg-West e. V., stellte den Geschäftsbericht detailliert vor: Trotz der Strukturkrise der Bauernschaft hat sich der Mitgliederstand von 919 im Vorjahr auf aktuell 973 Frauen und Männer erhöht. Insgesamt kommt sie auf eine Fläche von 8.042 ha Privat- und Kommunalwald.
Gut angenommen würden die Waldpflegeverträge – vor allem von Forstbesitzern, die aus den verschiedensten Gründen nicht selbst ihren Wald bewirtschaften können oder wollen. Derzeit gibt es 67 Verträge über fast 1.600 ha Wald.
Geschäftsbericht zeigt spannende Details
Schlüsselzahlen in jedem Geschäftsjahr sind die Vermarktungsergebnisse. „Hier konnten wir gegenüber dem Vorjahr von 61.115 Festmetern den Verkauf im aktuellen Geschäftsjahr auf 72.202 Festmeter steigern“, fasste Geschäftsführer Hanner zusammen. Der Löwenanteil entfällt auf die Fichte mit 69.947 Fm. Darüber hinaus sind 65.756 Fm Stammholz vermarktet worden, 888 Rm Papierholz, 12.046 Srm Hackschnitzel, 990 Rm Brennholz und 572 Rm Premienhackgut. Davon sind etwa 36.000 Fm im Bereich „Dienstleistung“ abgerechnet worden.
Der aktuelle Preis liegt für Fichte-Kurzholz (BC-Qualität) bei 125 €/Fm netto. Langholz wird gering höher gehandelt. Den guten Preis führt Hanner auf fehlende Schadholzmengen zurück. Aufgrund eines momentanen Überangebots bittet er die Mitglieder, Hackschnitzel „nur aus Gipfelrestholz herzustellen“ – und nach Möglichkeit andere Aushaltungen auszunutzen (zum Beispiel Brennholz oder Energieholz).
Zu schätzen wüssten die FBG-Mitglieder das staatliche Programm zur insektizidfreien Borkenkäferbekämpfung: 2024 ist eine Fördersumme von 80.500 € an 79 Waldbauern im Landkreis Augsburg ausbezahlt worden. Im Kreis Günzburg waren es 26.262 Euro an 22 Waldbauern.
Wachstum trotz Krise: Mehr Mitglieder und höhere Holzpreise
Zur Weiterbildung haben 32 Veranstaltungen, fünf Motorsägen- und zwei Starkholz-Grundkurse stattgefunden. Weiter gab es eine Mitgliederfahrt nach Pfronten und zwei Pflanzschulungen.
Auch im kommenden Jahr nimmt die FBG an der Messe „Jagen und Fischen“ in Augsburg teil und es wird wieder der Submissionsplatz in Leipheim besucht. Nur Formsache waren die Entlastungen der Vorstandschaft und Geschäftsleitung, die alle einstimmig ausfielen.
Ehrungen für jahrzehntelanges Engagement
Den diesjährigen Gastvortrag hielt Kilian Erdle, Vorstand und Geschäftsführer der Holz Energie Regio AG (Herag). Er referierte über „Kommunale Wärmenetze nach dem Horgauer Modell“, ein sehr aktuelles Thema. „Von einer zentralen Hackschnitzel-Heizanlage wird etwa 65 bis 80 Grad heißes Wasser ins Nahwärmenetz abgegeben und gelangt über speziell isolierte Erdleitungen zu den Abnehmern ins Haus. Dort wird nur die Wärme über einen Plattenwärmetauscher in die bestehende Hausheizungsanlage übergeben“, sagte er. „Daher muss die bestehende Heizanlage in der Regel nur angeschlossen, aber nicht geändert werden.“
Das abgekühlte Heizwasser wird über die Rücklaufleitung zur Zentralheizanlage zurückgeführt und dort wieder erwärmt. Es entsteht ein geschlossener Wärmekreislauf. Zu den Hackschnitzel-Lieferanten gehören auch die heimischen FBGs. Erdle stellte auch mehrere Gemeinden vor, zu denen Wärme geliefert wird.
Ehrwürdige Tradition trifft auf spannende Innovation
Ein weiterer Höhepunkt der Jahreshauptversammlung waren die Ehrungen durch Franziskus Freiherr von Gumppenberg und die FBG-Spitze. Besonders stach das FBG-Mitglied Ulrich Hartmann aus Grünenbaindt hervor: Seit 25 Jahren arbeitet er ununterbrochen in der FBG-Vorstandschaft mit. „Er ist mit Abstand unser dienstältestes Vorstandsmitglied und wird deshalb heute mit dem silbernen Verbandsabzeichen geehrt“, bilanzierte der erste Vorsitzende Bruno Baumeister.
Seit bereits zwei Jahrzehnten gehört der stellvertretende Vorsitzende Willibald Gleich aus Dinkelscherben der Vorstandschaft an. „Er hat sich vor allem mit dem Erwerb der neuen Büroräume in Dinkelscherben sehr stark engagiert und erhält dafür ebenso das silberne Verbandsabzeichen“, sagte Baumeister.
In seiner Laudatio dankte er darüber hinaus Stefanie Rieger, einer Mitarbeiterin in der Geschäftsstelle. „Sie ist im Büro eine tragende Säule bei den Holzabrechnungen in der Buchführung“, attestierte er. Die Gäste bekräftigten die Ehrungen mit großem Beifall.
Ko-Ma.G-Zaunsystem begeistert Forstleute
Neben diesen wichtigen Persönlichkeiten wurde den FBG-Mitgliedern auf der Versammlung ein neues Produkt vorgestellt: der „Ko-Ma.G-Zaunschutz“. Dabei handelt es sich um Metall-Module, mit denen ein Holzzaun schnell aufgebaut oder bei Bedarf umgesetzt werden kann. Entwickelt wurde das Zaunmodell von Jürgen Link, Johann Maischberger und Josef Guggemos. Nach der Versammlung wurde die Innovation zusammen mit ihren Erfindern intensiv umlagert.