Veröffentlicht am

21. Januar 2026

Erstes stationäres Opfer der Insolvenz von Wormland ist offenbar die Münchener Filiale am Marienplatz. Sie galt lange als Flagschiff des Menswear-Spezialisten. Nun soll Berichten der ​„Textilwirtschaft“ (TW) zufolge definitiv Schluss sein. Grund ist demnach die fehlende Rentabilität durch die hohe Ladenmiete, die bei rund drei Millionen Euro jährlich gelegen haben soll. 

Der Menswear-Filialist hatte im November entsprechend der neuen Eigentümerstruktur beim Amtsgericht Osnabrück Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt.Der Menswear-Filialist hatte im November entsprechend der neuen Eigentümerstruktur beim Amtsgericht Osnabrück Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. – Wormland

​Trotz hoch motivierter, guter Mitarbeiter und einer guten Flächenleistung sei es realistischerweise kaum möglich, den dafür notwendigen Umsatz zu erwirtschaften.

Die Fläche sei bereits neu vermietet und die Filiale geschlossen. Kenner des Münchner Immobilienmarktes berichten laut des TW-Artikels, ist die Fläche schon neu vermietet. Demnach hat der Schweizer Schokoladenhersteller Lindt & Sprüngli den Zuschlag erhalten.

Zu den weiteren Interessenten sollen Insidern zufolge auch Global Player wie Nike, Adidas und Lululemon gehört haben. Der Standort gilt als einer der begehrtesten in ganz Deutschland, den man eben nicht zum Schnäppchenpreis bekommt. 

Wormland hatte an der Adresse Marienplatz 28 vier Etagen mit insgesamt rund 1500 m² Fläche gemietet. Zwei Etagen waren Retail-Fläche. Die zwei oberen dienten als Warenlager, da Wormland über keine Zentrallogistik verfügt.

Bei den Vermietern handelt es sich um eine Erbengemeinschaft, hinter der unter anderem die Familie Biehler steht, die in derselben Immobilie das Café Glockenspiel betreibt. 

Wormland-Insolvenzverwalter Stephan Michels will das Ende der Vermietung an Wormland in München derzeit nicht bestätigen. Wormland befinde sich im Insolvenzantragsverfahren. Insofern wäre es nachvollziehbar, wenn ein Vermieter über die künftige Nutzung seiner Immobilie nachdenkt, so Michels. Ansonsten mache man zu einzelnen Mietverhältnissen generell keine Angaben.  

Wormland war 2024 vom Osnabrücker Platzhirschen L&T aus der Insolvenz heraus übernommen worden. Anfang November folgte nur 14 Monate später die erneute Insolvenz.

Aus einer optimistischen Grundhaltung heraus habe man zu viel von dem bewahrt, was 2024 bei Wormland vorzufinden war, hatte L&T-Geschäftsführer Mark Rauschen im Namen der Gesellschafter Anfang November die erneute Insolvenz erklärt.

„Wir sind in die Planung der damaligen Geschäftsführer eingestiegen und haben zu spät erkannt, dass wir viele deutlichere und tiefere Einschnitte hätten vornehmen müssen“, so Rauschen. 
 
Das vorläufige Insolvenzverfahren endet Anfang Februar. Ein erneuter Investorenprozess wurde durch Wieselhuber & Partner aufgesetzt. Auch zu dessen Status will sich Insolvenzverwalter Michels „aus Gründen der mit den Interessenten vereinbarten Vertraulichkeit“ aktuell nicht äußern.

 

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