Zwischen Hamburg und Hannover
Initiativen fordern Entscheidung für neue Bahnstrecke
21.01.2026 – 12:28 UhrLesedauer: 2 Min.
Schienen (Symbolbild): Mehrere Initiativen fordern einen Neubau der Bahnstrecke Hannover – Hamburg. (Quelle: Julian Stratenschulte/dpa-bilder)
Mehrere Organisationen appellieren an den Bundestag, der Neubaustrecke zwischen Hamburg und Hannover zuzustimmen. Die umstrittene Verbindung könnte bis zu 14,1 Milliarden Euro kosten.
Mehrere Initiativen wie Fridays for Future, Allianz pro Schiene, die Jusos Niedersachsen und der Verkehrsclub VCD haben die verkehrspolitischen Sprecher der Koalitionsfraktionen zur Zustimmung für die Neubaustrecke zwischen Hannover und Hamburg aufgefordert. Der Verkehrsausschuss des Bundestages soll Ende Januar über das Projekt entscheiden.
„Seit Langem leiden Passagiere wie Güterverkehrskunden unter Verspätungen und Zugausfällen auf dieser Strecke“, heißt es in dem Schreiben der Initiativen. Sie bezeichnen die Neubaustrecke als „notwendigen Schritt für eine Verkehrswende im Sinne des Klimas und der Umwelt“. Vom Bündnis heißt es weiter: „Machen Sie jetzt Nägel mit Köpfen, damit der Deutschlandtakt vorankommt!“
Die Baukosten werden derzeit auf rund 8,8 Milliarden Euro geschätzt. Sie könnten auf bis zu 14,1 Milliarden Euro steigen. Das Bundesverkehrsministerium hatte den Entwurf als wirtschaftlich eingeschätzt.
Zuletzt hatte Niedersachsens Verkehrsminister Grant Hendrik Tonne (SPD) die finanzielle Grundlage infrage gestellt. Die stark voneinander abweichenden Kostenannahmen erlauben aus seiner Sicht keine verlässlichen Entscheidungen. Kritiker bemängeln unter anderem Eingriffe in die Natur der Lüneburger Heide, ein langsames Planungstempo sowie hohe Kosten.
Den Verbänden und Organisationen ist bekannt, dass es vor Ort Vorbehalte gegen einen Neubau gibt. Doch in der parlamentarischen Befassung sei es den Fraktionen möglich, sich für einen guten Lärmschutz einzusetzen. Sie könnten auch für eine flächenschonende Parallelführung der Strecke zur Autobahn A7 sorgen, indem sie den Mindestabstand nach Bundesfernstraßengesetz aufheben. Und sie könnten sich dafür starkmachen, dass entlang der Neubaustrecke Regionalhalte entstehen, von denen die Anrainer profitieren.
Die Strecke Hannover – Hamburg zählt nach Angaben der Bahn zu den unpünktlichsten in Deutschland. Täglich nutzen nach ihren Angaben rund 245 Züge eine Infrastruktur, die für etwa 185 Züge ausgelegt ist.
Als frühester Fertigstellungstermin gilt das Jahr 2050. Die Städte Hamburg, Hannover und Lüneburg sowie der Landkreis Lüneburg haben sich für einen Neubau ausgesprochen.
