Die europäische Polizeibehörde Europol hat nach eigenen Angaben ihren bislang „größten Einsatz aller Zeiten“ gegen den Handel mit synthetischen Drogen durchgeführt und dabei einen der wichtigsten Drogenhändlerringe zerschlagen. Bei der Aktion hätten Polizeibehörden aus Deutschland und weiteren EU-Ländern 85 Verdächtige festgenommen, teilte Europol mit. Unter ihnen seien auch die beiden mutmaßlichen Anführer des Rings. 

Bei dem jahrelang vorbereiteten Einsatz seien 24 Drogenlabore von „industriellem Maßstab“ aufgelöst und rund 1.000 Tonnen an Chemikalien beschlagnahmt worden, die zur Herstellung von Drogen wie MDMA, Amphetaminen und Methamphetamin verwendet worden seien. Neben der deutschen Polizei seien Beamte aus Belgien, Polen, Spanien und Tschechien beteiligt gewesen.

Bei den beiden mutmaßlichen Anführern des Händlerrings handelt es sich demnach um polnische Staatsbürger. Ihnen dürfte ein Gerichtsverfahren in Polen bevorstehen, bei dem ihnen Freiheitsstrafen von bis zu 20 Jahren drohen. Auch ein Großteil der weiteren festgenommenen Verdächtigen seien Polen. 

Der Einsatz sei ein „wirklich schwerer Schlag für Gruppen der organisierten Kriminalität, die im Drogenhandel tätig sind“, sagte Andy Kraag, Leiter des Europol-Zentrums ESOCC, das für die Bekämpfung besonders schwerer Straftaten zuständig ist. Weitere Details zu dem Einsatz gab Europol zunächst nicht bekannt.

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