Cybersicherheit – für viele Stadt- und Gemeindeverwaltungen ist das zunehmend ein Thema, auch in der Rhein-Neckar-Region. Zuletzt haben die Städte Mannheim und Heidelberg Attacken auf ihre IT-Infrastruktur abgewehrt.

Heidelberg: Hackerangriffe auf städtische Webseite abgewehrt

Die Stadt Heidelberg hat eigenen Angaben zufolge mehrere Hackerangriffe auf die städtische Internetseite verhindert. Wie die Stadt Mitte Januar mitteilte, versuchten Unbekannte bereits seit mehreren Wochen, die Internetseite der Stadt anzugreifen. Die Hackerangriffe liefen laut Stadt offenbar immer nach dem gleichen Muster ab: Demnach sendeten die Hacker in kurzen Abständen unzählige Anfragen an „heidelberg.de“ – mutmaßlich mit dem Ziel, die Server-Infrastruktur zum Zusammenbruch zu bringen. Experten der Stadt konnten aber sämtliche Angriffe abwehren. Heidelbergs Oberbürgermeister Eckart Würzner (parteilos) teilte mit, die Cyberangriffe hätten sich im vergangenen Jahr stark erhöht.

Den Angreifern geht es vor allem darum, digitales Chaos anzurichten, um das Vertrauen der Menschen in den Staat und unser demokratisches System zu schwächen.

Nach Angaben des Amtes für Digitales muss auch künftig konsequent in die IT-Sicherheit investiert werden, Behörden stünden zunehmend im Visier von Cyberangriffen.

Mannheim: „Cyberangriffe auf öffentliche Verwaltungen sind keine Ausnahme mehr“

Die Stadt Mannheim hatte im Dezember eine Cyberattacke auf einen städtischen Server erfolgreich abwehren können. Eine Sprecherin der Stadt teilte auf SWR-Anfrage mit, dass Cyberangriffe auf öffentliche Verwaltungen keine Ausnahme mehr seien, sondern Teil einer allgemeinen Bedrohungslage. Schon eine „Spam-Mail“ gelte als Angriff. Die Stadt investiere ständig in den Ausbau ihrer IT-Sicherheit und werde diese Maßnahmen weiter verstärken, so die Sprecherin der Stadt weiter.

Keine größeren Schäden durch Cyberangriffe in Buchen

Auch bei der Stadt Buchen (Neckar-Odenwald-Kreis) ist das Thema Cybersicherheit präsent: „Die häufigsten Angriffsversuche erfolgen durch Phishing E-Mails, um sensible Daten abzugreifen“, teilte eine Rathaus-Sprecherin mit. Wie in anderen Kommunen werden auch hier die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter regelmäßig geschult. „Größere Schäden hat es bislang glücklicherweise noch keine gegeben“, so die Sprecherin weiter.

Weinheim: Mehr Angriffsversuche im Zusammenhang mit Wahlereignissen

Ähnlich sieht es in Weinheim (Rhein-Neckar-Kreis) aus: Die Stadtverwaltung sei überwiegend Ziel von „Phishing“- und „Spear-Phishing-Angriffen“, heißt es auf Anfrage aus der städtischen IT-Abteilung. Bei sogenannten „Spear-Phishing-Angriffen“ handelt es sich um personalisierte Nachrichten gegen bestimmte Firmen oder Organisationen.

Im Zusammenhang mit Wahlereignissen sei außerdem ein „erhöhtes Aufkommen entsprechender Angriffsversuche zu beobachten“, heißt es weiter. Finanzielle Schäden oder datenschutzrechtliche Vorfälle habe es bislang nicht gegeben. Die Angriffe habe man durch technische Schutzmaßnahmen und aufmerksame und entsprechend geschulte Mitarbeitende abwehren können.

Verwaltung Schwetzingen hat IT-Abteilung personell aufgestockt

In Schwetzingen (Rhein-Neckar-Kreis) ist Cybersicherheit in den vergangenen Jahren immer mehr zum Thema geworden: „Vor etwas mehr als zwei Jahren wurde die IT-Abteilung bereits personell verstärkt; ein Mitarbeiter beschäftigt sich seitdem schwerpunktmäßig mit diesem Thema“, so eine Sprecherin der Stadt. Neben Anpassungen im Bereich der technischen Infrastruktur werden auch in Schwetzingen die Verwaltungsmitarbeiterinnen und -Mitarbeiter regelmäßig geschult, um Angriffe von außen abwehren zu können.