Die Bundesanwaltschaft hat in Berlin eine mutmaßliche Spionin festnehmen lassen, die für Russland gearbeitet haben soll. Die Deutsch-Ukrainerin soll unter anderem Informationen mit Bezug zum Krieg in der Ukraine für einen russischen Geheimdienst beschafft haben.
Wie die Bundesanwaltschaft mitteilte, soll die Beschuldigte spätestens seit November 2023 nachrichtendienstliche Kontakte zur russischen Botschaft in Berlin haben. Ihr Kontaktmann soll für einen russischen Geheimdienst tätig sein. Die Beschuldigte soll ihm dabei geholfen haben, unter Aliaspersonalien an politischen Veranstaltungen in Berlin teilzunehmen, um dort für den Geheimdienst relevante Kontakte aufzubauen.
Den Angaben nach soll die Deutsch-Ukrainerin Hintergrundinformationen über Teilnehmer hochkarätiger politischer Veranstaltungen zusammengestellt und sich über Standorte der Rüstungsindustrie, Drohnentests und geplante Lieferungen von Drohnen an die Ukraine informiert haben. Nach Angaben der Bundesanwaltschaft soll sie sich zudem bei der
Beschaffung von Informationen auch an frühere Mitarbeiter aus dem
Geschäftsbereich des Bundesverteidigungsministeriums gewandt haben, die
sie persönlich kannte.
Zwei Angehörige der Bundeswehr im Verdacht
Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa, die sich auf Militärkreise beruft, handelt es sich bei den beiden Mitarbeitern um Angehörige der Bundeswehr: einen erst kürzlich in Pension gegangenen Stabsoffizier sowie einen Beamten des höheren Dienstes, der die Bundeswehr vor mehr als 15 Jahren verlassen habe.
Die beiden beschuldigten Männer stehen demnach im Verdacht, „gegenüber einer beschuldigten Mittelsperson, die mutmaßlich im Auftrag des russischen Nachrichtendienstes handelte und heute aufgrund eines Haftbefehls des Ermittlungsrichters des Bundesgerichtshofs festgenommen wurde, dienstliche Informationen preisgegeben zu haben“.
© Lea Dohle
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Die Bundesanwaltschaft wirft der Frau geheimdienstliche Agententätigkeit vor. Sie soll noch heute dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt werden, der über die Untersuchungshaft entscheidet. Ihre Wohnung und die Wohnungen der zwei Beschuldigten in Brandenburg, Rheinland-Pfalz und Bayern wurden durchsucht. Die beiden Angehörigen der Bundeswehr sind den Angaben zufolge auf freiem Fuß.