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Am Dienstagabend siegte Alba Berlin in der Champions League bei Tofas Bursa (94:90). Marco Baldi fehlte beim Gastspiel in der Türkei. Der Geschäftsführer der Berliner hatte tatsächlich Wichtigeres zu tun. Baldi folgte dem NBA-Tross, letzte Woche in Berlin zu Gast, nach London. Dort stieg am Montag im „Raffles Hotel“ der erste NBA-Europe-Gipfel. Baldi zu SPORT BILD: „Der Geschäftsführer von Amazon Prime war da, die Marketingchefin von Nike war da, genau wie die Marketingchefin der NBA. ‚NBA-Commissioner‘ Adam Silver hat noch mal die Ausrichtung vorgestellt, zusammen mit FIBA-Generalsekretär Andreas Zagklis. Die beiden haben noch mal klar vermittelt, wie der Weg beschritten wird.“ Dazu gesellten sich Vertreter vieler Klubs, auch des FC Bayern Basketball, der nach SPORT-BILD-Informationen durch Geschäftsführer Adrian Sarmiento und den Geschäftsführer des FC Bayern München e. V., Benny Folkmann, vertreten war.

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Alba hat sich längst erklärt, beim Projekt NBA Europe – im Herbst 2027 soll es losgehen – dabei sein zu wollen. Und die Bayern? Sind im Gegensatz zu Berlin noch in der noch höchsten Spielklasse in Europa, der Euroleague, am Start. Hinter den Kulissen und in südeuropäischen Medien tobt aktuell ein Kulturkampf zwischen Klubs und Fans der Euroleague und der NBA – alte Basketball-Welt gegen neue! Das Problem: Die Euroleague holt nicht im Ansatz das Potenzial, bzw. das Geld, aus dem europäischen Sportmarkt, das möglich wäre. Die Liga expandierte zuletzt nach Dubai, zählt nun 20 Teams. Kurz: Die Euroleague tritt auf der Stelle, hat kein funktionierendes Geschäftsmodell. Erwartet Baldi die Bayern in der NBA Europe? Baldi: „Ich denke, das werden die Bayern entscheiden, und ich rede ungern für andere. Die Euroleague-Klubs, die A-Lizenzen, also Beteiligungen an der Liga, haben (wie der FC Bayern/d. Red.), die gucken nochmal aus einem anderen Winkel auf das Projekt. Wenn man versucht, sich aus der individuellen Position herauszuziehen, und zu sagen: Was braucht der europäische Basketball, um wirklich weiterzukommen? Dann glaube ich, man wird zu dem Schluss kommen, es braucht genau das, was jetzt passiert.“

Foto: BILD

Außerdem saßen in London Vertreter dieser Klubs mit am Tisch: Panathinaikos Athen, Real Madrid, FC Barcelona, EA7 Emporio Armani Mailand und damit vier weitere Teams, die noch in der Euroleague aktiv sind. Die NBA spricht nicht nur mit Basketball-Klubs, auch prominente Fußball-Klubs stehen im Fokus und waren in London dabei, wie der AC Mailand.

Amazon- und Nike-Bosse dabei: NBA-Europe-Gipfel in London mit Alba Berlin und dem FC Bayern Basketball

Baldi: „Jeder kennt das Fußball-Business, das ist auch akzeptiert, Kulturkampf hin oder her. Und ich verstehe nicht, warum man im Basketball nicht versucht, das weiterzuentwickeln, sondern den Status quo im Prinzip beizubehalten. Und da wird die NBA definitiv der absolute Katalysator sein, erst recht in Zusammenarbeit mit der FIBA. Aus meiner Sicht kommt diese Liga und sie wird dringend gebraucht. Man spürt die positive Aufregung, dass da jetzt wirklich gestaltet werden kann und sich was in Bewegung setzt. Das spürt man, egal, mit wem man spricht. Ich gehe aus dieser Woche mit der NBA mit großem Rückenwind und Inspiration in die nächsten Stufen rein.“