Bielefeld. Der VfB Fichte ist als Aufsteiger in die Bezirksliga-Saison gestartet. Und mit Erwartungen. Sowohl mit eigenen, als auch mit welchen von außen. Teilweise wurde auf den hiesigen Sportplätzen schon von einem Durchmarsch in die Landesliga gesprochen, schließlich habe der VfB Fichte einen qualitativ sehr hochwertigen Kader. Zu hochwertig für die achte Spielklasse. Eigentlich.

Die Realität sah und sieht etwas anders aus. Nach 16 Spieltagen und 15 Spielen stehen die „Hüpker“ auf Tabellenplatz elf. Neun Punkte vor dem ersten Abstiegsplatz, aber eben auch 14 Zähler hinter dem Tabellenersten. Damit ist VfB-Trainer Ferhat Kilinc nicht zufrieden. „Ich bin echt froh, dass wir an die Hinrunde jetzt einen Haken machen können und ich hoffe, dass die Rückrunde deutlich besser wird“, sagt Kilinc.

Zwar habe es personell in der Hinrunde nicht immer rosig ausgesehen, „doch wir hatten trotzdem immer eine hohe Qualität.“ Ferhat Kilinc vermutet, dass einige seiner Spieler noch von den Gegebenheiten in der Kreisliga A, aus der die „Hüpker“ zum vergangenen Sommer souverän aufgestiegen waren, ausgehen. „Aber in der Bezirksliga marschierst du nicht so einfach durch“, bringt es der VfB-Coach trocken auf den Punkt.

Mehr Infos zum Team: Das Comeback des Traditionsclubs VfB Fichte Bielefeld

Trainer Kilinc unzufrieden mit der Hinrunde

Das Verletzungspech hat den VfB Fichte durchaus ein wenig verfolgt. „Lukas Kuck hatte am Anfang der Saison Probleme mit seinem Auge, Suad Ak und Memos Sözer waren oft angeschlagen, Tanju Dalgic war auch länger raus, genau wie Luan Ekinci“, zählt Kilinc nur ein paar prominente Namen auf, die ihm häufig fehlten. Neben den personellen Problemen war der VfB Fichte zudem in einigen Spielen auch nicht mit dem vielzitierten Spielglück ausgestattet. Kilinc: „Und wenn das fehlt, dann läuft es eben gegen dich.“

Aber der Trainer hat auch positive Dinge wahrgenommen. „Wir waren bis auf das Spiel gegen Gütersloh II nie chancenlos“, so Kilinc. In Gütersloh haben die „Hüpker“ Anfang November des vergangenen Jahres eine 0:3-Pleite kassiert. „Da machen wir auch einen Haken dran“, sagt Kilinc lachend.

Lesen Sie auch: Nach 30 Jahren Kassiererin beim VfB Fichte Bielefeld ist Ursula Böhnisch jetzt nur noch Fan

Fehlendes Spielglück bremst den VfB Fichte

Im Oktober lagen Freud und Leid beim VfB Fichte eng nebeneinander. Während die Kilinc-Elf im Heimspiel gegen den FC Türk Sport einen wahren Sahnetag erwischte und die Kupferhammer-Kicker mit einer 8:0-Packung humorlos abfertigte, folgte nur eine Woche später die Ernüchterung – da nämlich führte der VfB Fichte bereits 3:0 beim TuS Leopoldshöhe und verdamelte den sicher geglaubten Dreier am Ende noch. 3:3 war seinerzeit das Endergebnis. „Fußball ist ein Mannschaftssport, das müssen meine Spieler verstehen. Es bringt uns nichts, wenn wir nicht im Kollektiv agieren“, fordert Ferhat Kilinc. Das gilt für die Offensive genau wie für die Defensive. „Gerade hinten müssen wir was tun, 30 Gegentore ist mir deutlich zu viel.“

Nicht nur auf dem Rasen lief es für die „Hüpker“ eher unrund. Auch die Hallensaison, die der VfB Fichte zwar letztlich versöhnlich mit dem Sieg beim Turnier in Heepen abschloss, war im Hinblick auf die Stadtmeisterschaft nicht gut. Kilinc: „Da wollten wir attraktiven Fußball spielen und nicht das machen, was alle anderen gemacht haben. Was soll ich sagen – das ist auch in die Hose gegangen.“

Empfohlener redaktioneller Inhalt

Wir bieten an dieser Stelle weitere externe Informationen zu dem Artikel an. Mit einem Klick können Sie sich diese anzeigen lassen und auch wieder ausblenden.

Wenn Sie sich externe Inhalte anzeigen lassen, erklären Sie sich damit
ein-verstanden, dass personenbezogene Daten an Drittplattformen
übermittelt werden.

Weitere Hinweise dazu finden Sie in unserer
Datenschutzerklärung.

Kritik und Lob: Bielefelder Hallen-Fußball-Stadtmeisterschaft: Kleine Tore und Bierpreise sorgen für Frust

Nach Abgängen: Nachwuchs rückt in den Fokus

Freilich haben die Verantwortlichen sich beim traditionellen Turnier mehr erhofft. Schließlich verfügt der VfB Fichte über acht Kicker, die entweder Futsal gespielt haben, oder noch Futsal spielen. „Das ist nicht gut gelaufen, aber dazu müssen wir stehen“, meint Kilinc, der den Blick nun zunächst auf die Testspiele und die Wintervorbereitung richtet. Dabei wirken mit Haytham Bouazza und Kutsal Bekmezci zwei Kicker nicht mehr mit.

Bouazza hat sich dem Ligakonkurrenten SuK Canlar angeschlossen und Bekmezci ist zum A-Ligisten SC Bielefeld gewechselt. „Externe Zugänge haben wir im Winter bislang nicht. Aber wir werden einige Spieler aus unserer U19 ab sofort mehr mit einbeziehen und sie dadurch schon an die erste Mannschaft ranführen, damit sie wissen, wie es läuft“, so Ferhat Kilinc.

Die Wintertermine des VfB Fichte: 24. Januar Post TSV Detmold (A, 14.30), 1. Februar Türkgücü Sennestadt (A, 15), 5. Februar VfL Theesen (H, 19.30), 6. Februar KF Kosova (H, 19), 8. Februar SV Häger (H, 15), 13. Februar SC Bielefeld (H, 19), 15. Februar TuS Dornberg (A, 14.30), 22. Februar Türkgücü Gütersloh (15, Bezirksligaauftakt).