Die Haushalte in Deutschland zahlen im internationalen Vergleich einen der höchsten Strompreise. Die Bundesregierung hat dieses Problem erkannt und das Ziel formuliert, die Stromkosten spürbar zu senken. Ein zentraler Hebel zur Entlastung bleibt jedoch bislang weitgehend ungenutzt: das System der Grundversorgung. Tatsächlich liegen die Preise in der Grundversorgung häufig deutlich über denen von Sonderverträgen. Immer wieder wird darüber berichtet, wie viel Verbraucher*innen durch einen Tarifwechsel sparen könnten. Dennoch verbleibt ein erheblicher Teil von ihnen in der Grundversorgung.

Warum ist das so? Welche Rolle spielen dabei energiearme Haushalte, die eigentlich besonders preissensibel sein müssten? Und wie lässt sich das System der Grundversorgung so weiterentwickeln, dass es Verbraucher*innen besser schützt und ihnen faire Preise bietet? Diesen Fragen ist die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) in dem beim Wuppertal Institut beauftragten Gutachten „Perspektiven für eine Weiterentwicklung der Grundversorgung mit Strom und Gas“ nachgegangen. Die Analyse zeigt auf, wie die Grundversorgung weiterentwickelt und verbraucherfreundlicher gestaltet werden kann. Eine ergänzende, repräsentative Umfrage der Marktbeobachtung Energie der Verbraucherzentrale liefert zusätzliche Einblicke in das tatsächliche Verbraucher*innen-Verhalten und macht den Reformbedarf noch deutlicher.

Die Ergebnisse des Gutachtens sowie die zentralen Befunde der begleitenden Umfrage werden im Rahmen einer digitalen Veranstaltung am 27. Januar von 10:00 bis 11:30 Uhr online vorgestellt. Nach einer Begrüßung von Alina Rapoport vom Tagesspiegel Background stellt Sabine Lund von der Verbraucherzentrale Bundesverband die Rolle der Energie-Grundversorgung für private Haushalte vor. Seitens des Wuppertal Instituts präsentieren Dr. Vita Zimmermann, Senior Researcherin im Forschungsbereich Produkt- und Konsumsysteme, und Oliver Wagner, Co-Leiter des Forschungsbereichs Energiepolitik, die Ergebnisse des Gutachtens „Perspektiven für eine Weiterentwicklung der Grundversorgung mit Strom und Gas“. Anschließend ordnen Claire Vogt, Deutscher Caritasverband die Ergebnisse ein und diskutieren darüber.

Die Teilnahme ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist erforderlich und bis zum 26. Januar per E-Mail an energie@vzbv.de möglich. Weitere Informationen sind in den nachfolgenden Links zu finden.