Im Tarifkonflikt für den öffentlichen Dienst der Länder werden seit dem heutigen Mittwoch Schulen in Sachsen bestreikt. Die Bildungsgewerkschaft GEW, der sächsische Lehrerverband sowie der Beamtenbund haben zum Warnstreik aufgerufen. Lehrkräfte in den Landkreisen Leipzig und Nordsachsen sowie der Stadt Leipzig haben ihre Arbeit niedergelegt. In Leipzig sind rund 1.000 Demonstrierende zusammengekommen, um für mehr Lohn zu streiken.

Streiks ziehen sich bis nächste Woche

Laut GEW folgen am Freitag öffentliche Schulen der Stadt Dresden und der Landkreise Meißen sowie Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Kommende Woche seien dann Lehrerinnen und Lehrer in West- und Ostsachsen zum Streik aufgerufen. Zudem solle es am Donnerstag nächste Woche einen bundesweiten Streiktag geben.

Warnstreiks zunächst regional begrenzt

Hintergrund ist der Tarifkonflikt für den öffentlichen Dienst der Länder. „Die Verweigerungshaltung der Länder nach zwei Verhandlungsrunden nehmen wir nicht hin“, erklärte der GEW-Landesvorsitzende Burkhard Naumann. Die Arbeitgeber hätten bisher kein tragfähiges Angebot vorgelegt. „Bisher sind die Vorstellungen der Arbeitgeber meilenweit entfernt“, so Naumann. Dabei seien die Forderungen der Arbeitnehmerseite realistisch.

Die Verweigerungshaltung der Länder nach zwei Verhandlungsrunden nehmen wir nicht hin.

Burkhard Naumann
GEW-Landesvorsitzender

Die Belastungungen an Schulen und Hochschulen nehme immer mehr zu, erklärte Naumann. „Das Mindeste, was wir verlangen, sind ordentliche Lohnsteigerungen.“

Steigende Belastung unter Lehrern

Die geforderten Lohnsteigerungen findet Leipziger Lehrerin Luisa Reichenbach gerechtfertigt. Sie arbeite auch schon mal bis 2 Uhr nachts, damit der Unterricht abgesichert werden könne und damit sie die Korrekturen schaffe. „Wenn ich schon so viel Mehrarbeit leiste, möchte ich auch fair bezahlt werden.“

Wenn ich schon so viel Mehrarbeit leiste, möchte ich auch fair bezahlt werden.

Luisa Reichenbach
Lehrerin aus Leipzig

Er streike nicht nur wegen des Geldes, sagt Tobias Schön. Der Lehrer am Berufsschulzentrum Delitzsch erklärt: „Mich stört die steigende Belastung, die auf die Lehrer einprasselt.“ Dabei bleibe die eigentliche Arbeit auf der Strecke.