
AUDIO: İlker Çataks „Gelbe Briefe“ ab März im Kino und neues Serienprojekt (1 Min)
Stand: 20.01.2026 21:12 Uhr
Regisseur und Drehbuchautor İlker Çatak („Das Lehrerzimmer“) hat 2024 seinen neuen Film abgedreht. „Gelbe Briefe“ wurde in Hamburg und Umgebung gedreht – und in Berlin. Das von der Moin geförderte Drama konkurriert mit 21 weiteren Filmen um den Goldenen Bären der Berlinale.
Das gab die Berlinale-Leiterin Tricia Tuttle am Dienstag in Berlin bei der Pressekonferenz des Festivals bekannt. Der Film läuft am 5. März im Kino an.
Im Berlinale-Gespräch mit NDR Kultur bezeichnete Çatak 2024 seinen neuen Film als „kleines filmisches Experiment von einem türkischen Paar, das quasi ins Exil geht.“ Es geht um die Geschichte eines Künstler-Ehepaars aus Ankara, das verklagt wird, weil es angeblich gegen den Staat aufbegehrt. „Derya und Aziz verlieren ihren Job und ihre Wohnung und müssen sich fragen, was zuerst kommt – das Überleben oder die Moral? Die Abwägung zwischen ihren Idealen und den Lebensnotwendigkeiten erweist sich als Herausforderung für ihre Ehe und stellt die Beziehung zu ihrer Teenager-Tochter auf eine harte Probe“, heißt es weiter in der Pressemitteillung zum Film.
İlker Çatak: „Ich drehe unglaublich gern in Hamburg“
Gedreht wurde in Deutschland, wie der 42-jährige Regisseur im Berlinale-Gespräch erzählt hatte: „Wir tun so, als wenn Istanbul in Hamburg stattfindet und Ankara in Berlin.“ Er freue sich sehr, weil er ich unglaublich gerne in Hamburg drehe. Die Moin Filmförderung hat die arte/ZDF-Koproduktion mit 450.000 Euro gefördert, die an 21 Tagen in Hamburg und Umgebung verfilmt wurde – und weitere Drehtage in Berlin hatte. Das Drehbuch stammt vom Regisseur selbst – und von Ayda M. Çatak. Bundesweiter Kinostart ist am 5. März.
Özgü Namal und Tansu Biçer gehören zum Ensemble
Zum Schauspielensemble gehören die beiden türkischen Stars Özgü Namal und Tansu Biçer. Judith Kaufmann hat beim Projekt die Kamera übernommen – wie bereits im Oscar-nominierten und mit dem Deutschen Filmpreis in Gold prämierten Vorgängerfilm „Das Lehrerzimmer“. Produzent ist Ingo Fliess, der mit Çatak bereits bei den Dramen „Es gilt das gesprochene Wort“ und „Das Lehrerzimmer“ zusammengearbeitet hat.
Der oscarnominierte Regisseur Çatak zählt zu den 487 Filmschaffenden, die 2024 von der Academy of Motion Picture Arts and Sciences als neue Mitglieder eingeladen wurden.

Der für „Das Lehrzerimmer“ für den Oscar nominierte Regisseur war Juror bei der Berlinale und traf NDR Kultur für ein kurzes Gespräch.
Mini-Serie nach Bernhard Schlinks Roman „Die Enkelin“ geplant
Aktuell plant İlker Çatak ein neues Projekt mit Produzent Fliess: die Verfilmung des Bernhard-Schlink-Romans „Die Enkelin“. Der Bestseller soll demnächst als sechsteilige Serie umgesetzt werden. Er stand über ein Jahr auf der Spiegel Bestsellerliste und ist in 23 Sprachen erschienen. Darin geht es um einen 64-jährigen Buchhändler, der nach dem Tod seiner Frau erfährt, dass diese ein Kind in der DDR zurückgelassen hat. Er macht sich auf die Suche nach der unbekannten Tochter.
Çatak soll bei den Episoden Regie führen, das Drehbuch stammt von Annika Pinske und Jacob Hauptmann. Pinske schreibt über den Romanstoff als Vorlage: „Wer in Zeiten von Umbruch groß wird, entwickelt einen scharfen Blick für Zwischentöne und für die unsichtbaren Mechanismen, die unser Zusammenleben ausmachen. Wie im Roman verweben wir individuelle Geschichten mit den Nachwirkungen der deutschen Teilung, den Brüchen der Nachwendezeit und der heutigen Realität rechter Radikalisierung.“ Das Projekt wird vom FFF Bayern gefördert.

Berlinale-Chefin Tricia Tuttle hat die 22 Wettbewerbsfilme in Berlin vorgestellt. Ohne Hollywood auf den Regieplätzen – aber mit hochkarätigem Programm.

Da werden Talente gefördert wie einst Fatih Akin – oder der Standort Hamburg/Schleswig-Holstein beworben, wie Helge Albers erzählt.

Die Filmfestspiele starten am 12. Februar mit „No Good Men“. Regie führte die in Hamburg lebende Shahrbanoo Sadat. Produziert hat den Film die Lübeckerin Katja Adomeit.

Der neue Kinojahrgang ist vielversprechend – etwa mit einem Thriller von Steven Spielberg, „Der Teufel trägt Prada 2“, „Hamnet“ und dem Liebesfilm „Sturmhöhe“.

„Das ganze Projekt stand unter einem guten Stern“, so der Regisseur des überwiegend in Hamburg gedrehten Dramas.

Nils Mohl ist einer der renommiertesten Jugendbuchautoren Deutschlands. Einer seiner Romane wurde fürs Kino verfilmt.