Braunschweig. Wenn Forscherin Elisabeth Wewerka Wellen braucht, geht sie in eine riesige Halle. Die liegt zwar weit weg vom Meer in Braunschweig. Trotzdem können sie und ihr Kollege David Schürenkamp dort alle möglichen Experimente wie am Meer machen. Die beiden erforschen, wie man Orte an der Küste schützen kann. Denn manchmal wird Wasser auch gefährlich.

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Die Versuchshalle ist etwas kleiner als ein Fußballfeld. In ihr verläuft ein eigener Wasserkreislauf. Die Wissenschaftler können Wasser aus Tanks in riesige Becken und Kanäle pumpen. Sie erzeugen darin Wellen und Strömungen wie sie in der Natur vorkommen: Es ist also eine Art riesiger Wasser-Spielplatz für die Wissenschaft.

„Wir erforschen, wie wir uns vor dem Meer schützen können.“

Elisabeth Wewerka,

Forscherin

Ein Grund für die Forschung ist: Fachleute erwarten, dass der Meeresspiegel in der Zukunft weiter steigt. Das liegt am Klimawandel. Die Erwärmung der Erde wird außerdem wohl auch öfter extreme Sturmfluten auslösen. Elisabeth Wewerka beschreibt ihre Arbeit deshalb so: „Wir erforschen, wie wir uns vor dem Meer schützen können.“

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Wellenbrecher, Schläuche und Matten

Die Insel Helgoland mitten in der Nordsee zum Beispiel muss sich schon jetzt vor den Wassermassen schützen. Sonst würde das Meer die Insel irgendwann verschlucken. „Wir haben große wellenförmige Betonwände konstruiert, die die Wellen brechen und das Wasser in einem Becken sammeln“, erklärt David Schürenkamp. Von dort kann das Wellenwasser zurück ins Meer geleitet werden.

In anderen Küstenregionen schützen bewachsene Sandhügel das Land vor dem Meer: die Dünen. Aber in Zukunft erfüllen sie die Aufgabe wohl nicht mehr ausreichend. Die Forschenden in Braunschweig haben deshalb untersucht, wie man Dünen stärker machen kann. „Wir wollen herausfinden, wie wir uns vor dem Meer schützen können, indem wir das nutzen, was schon da ist, ohne etwas neu zu bauen.“ Eine Idee sind Schläuchen und Matten aus pflanzlichen Stoffen wie Kokos und Jute.

Windräder auf dem Wasser

Ein weiteres Forschungsthema sind Windräder zur Stromerzeugung im Meer. Wie kann man sie nutzen, ohne der Umwelt zu schaden? Deshalb umspült in der Halle Wasser einen Windradpfahl. Elisabeth Wewerka und David Schürenkamp beobachten, wie sich Muscheln und andere Lebewesen daran ansiedeln. Sie prüfen auch, ob sich giftige Stoffe vom Pfahl lösen und ins Meer gelangen.

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David Schürenkamp findet seinen Job toll: „Wir erforschen hier Fragen, auf die noch niemand eine Antwort hat. Ich entdecke so viel Überraschendes.“