Der Boss schwärmt – und spricht von Extremen. Ingo Meckes (49), Sportvorstand des Deutschen Handballbundes (DHB), blickt auf eine Vorrunde zurück, die die deutsche Handball-Nationalmannschaft an ihre Grenzen geführt hat. „Ich glaube, wir haben alle Extreme, die im Sport passieren können, in der Vorrunde kennengelernt“, sagt Meckes.
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Während der Blick zurück noch präsent ist, wartet bereits die nächste Herausforderung: Am Donnerstag (15.30 Uhr, ARD und Dyn live) startet die DHB-Auswahl gegen Portugal in die Hauptrunde ein. Ein Gegner, den Meckes keinesfalls unterschätzt. Er erinnert sich an das Viertelfinal-Aus bei der WM 2025. „Wir haben jetzt gegen Portugal einen Gegner, der auch letztes Jahr schon stark war. Wir freuen uns darauf“, sagt der DHB-Boss. Gleichzeitig ist für ihn klar, was nun gefordert ist: „Die Energie und der Ansatz, den wir gegen Spanien gezeigt haben, sind jetzt viermal notwendig.“
Handball-Boss spricht von Extrem-Helden!
Dass Deutschland mit einer optimalen Ausgangsposition in die Hauptrunde startet, ist vor allem dem starken Auftritt gegen Spanien (34:32) zu verdanken. Mit dem Sieg sicherte sich die Mannschaft um Kapitän Johannes Golla (28) und Torwart-Held Andreas Wolff (34) den Gruppensieg und nahm zwei wichtige Punkte mit. Für Meckes war dieser Erfolg bei der Handball-EM mehr als nur ein Ergebnis. „Wir waren am Boden und sind dann aufgestanden – mit aus meiner Sicht der besten Pflichtspiel-Leistung seit Olympia.“

DHB-Sportvorstand Ingo Meckes (49/l.) ist mit den Auftritten bei der EM insgesamt zufrieden
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Die Lage war dramatisch. Nach der überraschenden Niederlage gegen Serbien (27:30) drohte das vorzeitige EM-Aus. Die Situation verlangte eine klare Reaktion – und die kam. „Nach dem Serbien-Spiel, als wir am Boden lagen, gab es eine Teamsitzung mit Video. Alfred hat dort die richtigen Dinge gefunden“, so Meckes. Die Wirkung war sofort spürbar: „Da war wieder Optimismus da.“
Meckes ordnet die Reaktion der deutschen Mannschaft auch im internationalen Vergleich ein. „Es gab 2020 berühmte Fälle mit Dänemark und Frankreich, die haben es nicht hingekriegt, sind ausgeschieden“, erinnert er. Deutschland habe jedoch anders reagiert. Meckes ergänzt: „Die Führungsspieler waren da, das war aus meiner Sicht überragend.“
Und weiter: „Jetzt sind wir da, wo wir sein wollten, mit zwei Punkten in der Hauptrunde. Ich bin wirklich stolz über die Reaktion.“
