Hoppstädten-Weiersbach (Rheinland-Pfalz) – Seit mehr als 40 Jahren lässt ROFU Kinderaugen strahlen. Doch jetzt bangen 1970 Mitarbeiter um ihre Zukunft. Der beliebte Spielwarenhändler startet ein Sanierungsverfahren. Die ROFU Kinderland Spielwarenhandelsgesellschaft mbH mit Sitz in Hoppstädten-Weiersbach hat Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt.

Das bestätigte das Unternehmen am Mittwochmorgen. Das zuständige Amtsgericht Idar-Oberstein ordnete bereits am 19. Januar das vorläufige Verfahren an. ROFU Kinderland betreibt 104 Filialen in sieben Bundesländern und zählt zu den größten Spielwaren- und Babyfachmärkten im Südwesten Deutschlands. Seit Jahrzehnten verkauft das Unternehmen Spielwaren bekannter Marken, außerdem Kinderbücher, Schulhefte, Bastelsets, Puzzle und Gesellschaftsspiele.

Eine Filiale von ROFU in Neutraubling (Bayern)

Eine Filiale von ROFU in Neutraubling (Bayern)

Foto: IMAGO/Manfred Segerer

Die Gründe für die Insolvenz

Die aktuelle Wirtschaftskrise trifft aber auch den Spielwarenhandel hart. Gestiegene Kosten, harter Wettbewerb und eine anhaltende Konsumzurückhaltung setzen ROFU zu, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. Vor allem das schwache Weihnachtsgeschäft soll den Ausschlag für den Insolvenzantrag gegeben haben.

Wie es für den Händler weitergeht

„Das Eigenverwaltungsverfahren eröffnet dem Unternehmen eine Perspektive für die Zukunft“, sagt die vorläufige Sachwalterin Annemarie Dhonau. In den kommenden Monaten werde sie das Verfahren im Interesse der Gläubiger begleiten. Parallel soll ein neuer Investor gefunden werden, kündigte die Geschäftsführung des Händlers für Spielzeug an. Ziel des Verfahrens ist es, das Unternehmen und alle 104 Filialen langfristig zu erhalten. Das aktuelle Management mit den Geschäftsführern Michael Fuchs und Michael Edl bleibt im Amt und wird bei der Sanierung von Spezialisten unterstützt.

Was passiert mit den Filialen?

Für Kunden gibt es vorerst Entwarnung. „Unsere Fachmärkte bleiben zu den gewohnten Zeiten geöffnet und der Geschäftsbetrieb geht in allen Filialen uneingeschränkt weiter“, verspricht Geschäftsführer Michael Fuchs. Auch der Onlineshop laufe normal weiter. Die Gehälter der rund 1.970 Mitarbeiter sind laut Geschäftsführung für drei Monate über das Insolvenzgeld gesichert. Wie es danach weitergeht, hängt nun von der Sanierung – und einem möglichen Investor – ab.