Bundeskanzler Friedrich Merz ist der einzige Regierungschef Europas, den der US-Präsident in seiner Davos-Rede mit Anerkennung und Respekt erwähnt hat. Als er Deutschlands Energiepolitik kritisierte, stellte er klar, dass dies nicht Merz’ Schuld sei: „Er löst das Problem. Er wird großartige Arbeit leisten.“

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Nun lässt sich monieren: Was ist ein Trump-Lob wert? Oder noch kritischer: Will man von so einem überhaupt gelobt werden?

Ginge es nach den Grünen und Teilen der SPD, hätte der Kanzler Donald Trump längst ordentlich die Meinung geigen müssen. So forderte Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge vom CDU-Kanzler eine knallharte Verurteilung des Militärschlags gegen Venezuelas Diktator.

Ein solcher Politik-Ansatz hätte Merz sicherlich billigen Applaus und freundliche Zeitungskommentare eingebracht. Aber er hätte Deutschland geschadet. Und womöglich auch jedem Anliegen (etwa der Ukraine-Unterstützung), bei dem die Bundesrepublik auf Hilfe der USA angewiesen ist.

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Trotz Grönland, trotz Zöllen, trotz vielem mehr: Solange die USA die wichtigste Wirtschafts- und Militärmacht der Welt sind, ist es im Interesse Deutschlands, ein gutes Verhältnis zu Washington zu haben. Zumal alle wissen – auch eingefleischte Trump-Kritiker –, dass wir uns ohne Hilfe der Vereinigten Staaten derzeit kaum verteidigen könnten.

Deshalb ist es richtig, dass der Kanzler sich im Umgang mit Trump nicht zu wohlfeilem Aktivismus verleiten lässt. Das hilft Deutschland und Europa.