Als David Farrance am Montagvormittag in Augsburg ankam, durften seine neuen Mannschaftskollegen gerade die Füße hochlegen. Nach den beiden Siegen am Wochenende im Heimspiel gegen Frankfurt (6:3) und in Straubing (4:1) genehmigte Panther-Trainer Bill Peters den Profis zwei freie Tage. Wohlverdient, denn immerhin hielten die sechs Punkte die Hoffnung auf die Play-off-Teilnahme am Leben. Diese Ambitionen unterstrich der Klub nun auch, indem er seine elfte und letzte Importlizenz für den Verteidiger zog. Der hat bewegte Zeiten hinter sich. 2024 war er während der Saison von den Newfoundland Growlers aus Kanada nach Ingolstadt gekommen, wo er neun Hauptrunden- und sieben Play-off-Partien bestritt.

Oberbayern, Finnland, Russland und jetzt Augsburger Panther

Aus Oberbayern ging es direkt weiter nach Finnland zu Kookoo, wo er es in einer Saison auf spektakuläre 37 Punkte brachte. Spektakulär deshalb, weil er nur zwei Tore selbst erzielte, dafür aber 35 vorbereitete. Farrance lacht, als er am Mittwoch nach dem ersten Training mit seinen neuen Kollegen darauf angesprochen wird. „Ich hatte tatsächlich eine Menge Chancen zu treffen, aber es wollte einfach nicht klappen. Dafür habe ich jede Menge Assists gesammelt, weil dann eben die anderen Jungs getroffen haben. Ich würde hier in Augsburg aber gerne mehr als nur zwei Tore machen.“

AEV-Sportdirektor rief zum richtigen Zeitpunkt an

Das Jahr in Finnland bescherte Farrance aber immerhin einen mutmaßlich gut dotierten Vertrag bei Sibir Novosibirsk in der russischen KHL. Dort allerdings bestritt der 26-Jährige nur zehn Spiele. „Ich habe mir meinen Knöchel gebrochen. Mein Berater und ich haben uns dann entschieden, dass es besser für mich ist, einen Restart zu machen und einen neuen Klub zu finden.“ In der KHL ist es nicht unüblich, in die Verträge Sollbruchstellen einzubauen – fixe Zeitpunkte also, zu denen sich Klub und Spieler für einen im Vorfeld ausgehandelten Betrag voneinander trennen können. Diese Option dürfte Farrance genutzt haben. Passenderweise klingelte in dieser Phase der Neuorientierung Augsburgs Sportdirektor Larry Mitchell an. Farrance: „Mit ihm hatte ich dann einige sehr gute Gespräche hatte. Augsburg ist ein sehr guter Platz für mich.“

Bei den Panthern findet Farrance ein Team vor, das es noch in die Play-offs schaffen will. Seine eigene Rolle bei diesem Vorhaben kenne er nach nur einem Training noch nicht. „Aber egal, was es wird: Ich werde alles dafür tun, dass wir in die Play-offs kommen.“ Farrance selbst beschreibt sich als offensiven Verteidiger, als guten Skater, der den ersten Pass aus der eigenen Hälfte heraus spielen kann. „Ich habe in den letzten Jahren aber auch daran gearbeitet, defensiv noch besser zu werden. Ich will ein Zwei-Wege-Verteidiger sein.“

Panther-Trainer vor schwierigen Entscheidungen

Solange Alexandre Grenier gesperrt (noch vier Spiele) und Anthony Louis verletzt (trainierte am Mittwoch nicht mit der Mannschaft) ist, hat Peters nicht die Qual der Wahl. Erst wenn mindestens einer der beiden wieder im Team ist, muss der AEV-Trainer einen Importspieler auf die Tribüne setzen. Grund: In der DEL dürfen zwar elf Ausländerlizenzen vergeben, aber nur neun pro Spieltag eingesetzt werden. Dazu kommt die U23-Regelung und der Umstand, dass es in der Defensive nun ein deutliches Überangebot an Personal gibt. Sollten also wieder alle Panther an Bord, wird Peters die ein oder andere harte Entscheidung treffen müssen.

  • Andreas Kornes

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