Die Uraufführung von „Malle Olé“ im Theater am Marientor (TaM) war am 8. Januar mit einer zünftigen Schlagersause und Prominenz von der mallorquinischen Partymeile, darunter Jürgen Milski, Micaela Schäfer, Olaf Henning, Lisa Feller und Uwe Hübner.

„Amore”, „Alkohol”, „Abriss-Alarm“ – so rafften die „Malle“-Macher die Themen des Musicals. Die Geschichte: Da ist der Installateur Alex, der mit seinen Kumpels auf die Insel fliegt, um seinen Liebeskummer mit Partys und Alkohol zu „verarbeiten“. Allerdings trifft er dort prompt auf seine Verflossene Laura mit ihren Freundinnen. Laura ist gerade dabei, sich einen Jachtbesitzer zu angeln, der allerdings zum allgemeinen Missvergnügen den Vergnügungstempel „Bierpark“ plattmachen will. Es kristallisieren sich drei Konflikte heraus: eine unglückliche Liebe, eine männliche Jungfrau und ein blöder Schnösel.

Musikalisch unterlegt wird die Geschichte mit allerlei Titeln aus dem Ballermann-Repertoire, darunter „Inselfieber“, „Schatzi schenk mir ein Foto“, „Johnny Däpp“, „Layla“, „Mama Laudaaa“, „Der Zug hat keine Bremse“. Für das Musical wurde außerdem die Ballade „Ich liebe dir, viel mehr als Bier“ geschrieben.

Sehr, sehr viel. Vor der Show wird gefeiert, in der Show wird gefeiert, und nach der Show wird gefeiert. Alles im Ticketpreis inbegriffen. „Wir brechen die klassische Musical-Inszenierung; bei uns kann man aufstehen und mitsingen. Wir sind Comedy, Musical und Party. Wir wollen den Leuten gezielt eine Auszeit bieten von den ganzen schlechten Nachrichten“, sagt Sven-Oliver Müller, einer der beiden Produzenten des Musicals.

Laut Sven-Oliver Müller haben sich für die kommenden Wochen etliche Prominente von den Balearen angesagt: Peter Wackel am 21. Februar, Marry – Partystar aus dem Bierkönig, DJ Robin und Almklausi (noch ohne Termin).

Es ist eine Mischung aus verschiebbaren Bauteilen, Requisiten und Projektionen, die die Geschichte an verschiedene Orte beamt. Tatsächlich sprechen die Macher auch von einem Superlativ. „Wir haben mit 16 mal sechs Meter eine der größten LED-Projektionsinstallationen für Musicals“, sagt Müller. „Da blenden wir den Flughafen, den Strand, das Hotel und so weiter ein. Hinzu kommen weitere Videowände, auf denen wir in 3D-Content einspielen, etwa bei der Szene auf der Jacht. Es gibt auf der Bühne einfach viel zu entdecken.“

Das Produzententeam um Harald Reitinger und Sven-Oliver Müller feierte den Start des Musicals als Erfolg. „Derzeit, Stand 21. Januar, liegen wir bei über 10.000 verkauften Tickets“, sagt Harald Reitinger. „Die Zahlen rauschen gerade in die Höhe. Sie haben sich binnen kurzer Zeit vervierfacht“, ergänzt Sven-Oliver Müller. Das TaM mit seinen 1500 Zuschauerplätzen sei ein großes Theater. „Mit einer Auslastung von 600, 800 oder 1000 verkauften Plätzen sind wir als Start-up sehr zufrieden. Wir fangen ja erst an“, so Müller.

Die Show ist ein Urlaubsparty-Shot, für den man weder ins Flugzeug steigen noch ein Hotel buchen muss, sondern einfach ein Ticket kauft. Wer Ballermann und Schlagerpartys mag und dem herzhaften Spiel mit Klischees und knapper Kleidung etwas abgewinnen kann, ist dort richtig. Wer eher Musicals mit dramatischem Touch etwa „Les Misérables“ oder „Moulin Rouge“ bevorzugt und ins Tramuntana-Gebirge wandern geht: lieber nicht.

Die kreativen Köpfe hinter „Malle Olé“ sind Harald Reitinger und Sven-Oliver Müller. Buch und Konzept gehen auf ihr Konto. Als Unternehmen ist die Playa Musical Produktions GmbH eingetragen. Die Ideen zu dem Musical soll dem Musikproduzenten, Komponisten und Sänger Harald Reitinger während des Corona-Lockdowns gekommen sein. Sven-Oliver Müller ist Autor und Filmproduzent; er arbeitete unter anderem bei RTL als Redakteur für Serien wie „SK-Babies“, „Hinter Gittern“ und „Die Wache“. Regisseur ist Erik Peterson. Er hat Musicals wie „Evita“, „Jesus Christ Superstar“, „Anatevka“, aber auch Opern und Operetten – „Hänsel und Gretel“, „Eine Nacht in Venedig“ – inszeniert.

2022 hatte ESC-Veteran Ralph Siegel es mit „‘N bisschen Frieden – Rock’n’Roll Summer“ im Theater am Marientor gebracht. Es lief wegen seiner schwachen Auslastung nur fünf Tage im TaM. Eröffnet wurde das Theater 1996 mit „Les Misérables“, das bis 1999 lief. Vor der Corona-Pandemie wurden unter anderem „Die Schöne und das Biest“, „Dirty Dancing“, „Elisabeth“, „Mamma Mia“ und „Wahnsinn!“, ein Wolfgang-Petry-Musical, gezeigt.

Das ist noch offen. Eigentlich sollte das Mallorca-Musical bis 21. Februar im Theater am Marientor zu sehen sein. Aber aufgrund der großen Ticketnachfrage haben die Macher angekündigt, mindestens bis zum 15. Mai zu verlängern. „Wir würden gern in Duisburg bleiben. Mindestens bis zum Herbst, aber da müssen wir schauen, ob das TaM nicht schon gebucht ist. Wir brauchen schon die Freitage und Samstage für eine Party“, sagt Sven-Oliver Müller. Derzeit gebe es Überlegungen, auf andere Spielstätten in der Region Duisburg auszuweichen oder auf Deutschland-Tournee zu gehen. „Es gibt Anfragen aus mehreren Städten“, sagt Müller.

„Malle Olé“ läuft aktuell dienstags bis sonntags um 19 Uhr. Freitags und samstags gibt es eine weitere Show um 14 Uhr. Tickets kosten ab 37,40 Euro. Infos und Karten unter www.malle-ole.de.