(juha) Auch in diesem Jahr befragt Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT NRW) als Statistisches Landesamt im Rahmen des Mikrozensus rund 80.000 Haushalte in NRW. Die seit 1957 bundesweit durchgeführte Haushaltsbefragung gibt Antworten auf häufig gestellte Fragen aus Politik, Wissenschaft und Medien.
Beantwortet werden zum Beispiel Fragen wie: Unter welchen Bedingungen leben die Menschen in NRW? Wie ist ihre Bildungs- und Erwerbssituation? Wie viele Familien mit Kindern gibt es? Wie viele nordrhein-westfälische Mieterhaushalte mit minderjährigen Kindern zahlen mehr als 30 Prozent ihres Nettoeinkommens für die Bruttokaltmiete? Wie hoch ist die Mietbelastung bei Alleinstehenden?
Der Mikrozensus ist die größte jährliche Erhebung der amtlichen Statistik. Er wird jedes Jahr bei einem Prozent aller Haushalte im gesamten Bundesgebiet durchgeführt. Die Auswahl der Haushalte erfolgt gemäß einer sogenannten Flächenstichprobe. Demnach werden Straßenzüge beziehungsweise Gebäude nach einem mathematischen Zufallsverfahren ausgewählt und die darin lebenden Haushalte dann innerhalb von fünf aufeinanderfolgenden Kalenderjahren bis zu viermal befragt.
Die ausgewählten Haushalte werden postalisch zur Datenmeldung aufgefordert. Diese erfolgt vorrangig online über das Meldeverfahren der Statistischen Ämter, das laut IT NRW strengen Sicherheitsvorgaben unterliegt. Sie kann aber auf Wunsch auch telefonisch oder schriftlich erfolgen.
Um die an den ausgewählten Anschriften aktuell lebenden Haushalte zu ermitteln, nutzt das Statistische Landesamt Melderegisterangaben und setzt unterstützend rund 100 ehrenamtliche Erhebungsbeauftragte für Ortsbegehungen ein. Diese nehmen die Namen auf den Klingelanlagen beziehungsweise Briefkästen auf. Die Erhebungsbeauftragten seien sorgfältig ausgewählt, geschult und zur strikten Verschwiegenheit verpflichtet, heißt es. In jedem Fall könnten sie sich durch einen Ausweis legitimieren.
Die Befragungen der Haushalte sind gleichmäßig auf alle Wochen des Jahres verteilt. Die durchschnittliche Zahl je Auswahlbezirk liegt bei etwa neun Haushalten. Im Kreis Wesel gibt es insgesamt 339 Auswahlbezirke. Moers ist die Stadt, in der kreisweit die meisten Haushalte interviewt werden sollen. Dort sind 71 Auswahlbezirke eingeplant. Das heißt, rund 630 Haushalte werden befragt.
Für den überwiegenden Teil der Fragen besteht nach dem Mikrozensusgesetz Auskunftspflicht. Abgefragt werden zum Beispiel persönliche Merkmale wie Alter, Familienstand, Staatsangehörigkeit, Schulbesuch und Erwerbstätigkeit. Dank der Auskünfte der Befragten liegt ein solides Datenfundament für belastbare Statistiken über NRW und Deutschland vor.