Bluttat am Brombachsee
19-Jährige steht wegen heimtückischen Mordes vor Gericht
22.01.2026 – 07:37 UhrLesedauer: 2 Min.
Ermittler am Tatort (Archivbild): Für das Opfer kam jede Hilfe zu spät, der Jugendliche starb innerhalb kürzester Zeit am Tatort. (Quelle: Goppelt/Vifogra/dpa/dpa-bilder)
Eine junge Frau aus Nürnberg muss sich ab Donnerstag vor Gericht verantworten. Die Vorwürfe der Ermittler sind schwer. Hat Rassismus bei der Tat eine Rolle gespielt?
Die Tat erschütterte viele Menschen: An einem schönen Sommerabend im vergangenen Juni soll eine 19-Jährige einen Jugendlichen in Mittelfranken mit einem Taschenmesser erstochen haben. Der 15-Jährige starb noch am Tatort. Am Donnerstag beginnt am Landgericht in Ansbach der Prozess gegen die Heranwachsende.
Die Staatsanwaltschaft wirft der jungen Frau aus Nürnberg heimtückischen Mord vor. Den Ermittlungen zufolge wartete die Angeklagte mit Freunden an jenem Abend an einer Bushaltestelle nahe dem Brombachsee. An der Haltestelle auf der anderen Straßenseite wartete ebenfalls eine Gruppe junger Leute, unter denen sich das spätere Opfer befand. Beide Seiten gerieten in Streit.
Dabei soll die 19-Jährige den Jugendlichen rassistisch beleidigt haben. Dieser hatte die deutsche und brasilianische Staatsangehörigkeit. Aus Sicht der Ermittler war Rassismus dennoch nicht das Motiv für die Tat.
Der Staatsanwaltschaft zufolge soll die junge Frau über die Straße zu der anderen Gruppe gegangen sein. In ihrer Hand soll sie dabei verborgen ein Taschenmesser gehalten haben. Nachdem sie dem 15-Jährigen erst mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben soll, soll sie ihm das Messer in den Hals gerammt haben. Für den Jugendlichen kam jede Hilfe zu spät.
Nach Angaben eines Gerichtssprechers ist die Öffentlichkeit zur Verhandlung zugelassen. Nach der Verlesung der Anklage habe die junge Frau die Gelegenheit, sich zu den Vorwürfen zu äußern. Die Jugendkammer hat für den Nachmittag mehrere Zeugen aus dem Bekanntenkreis der Angeklagten geladen. Diese waren bei der Tat anwesend.
