
Stand: 22.01.2026 07:19 Uhr
Im Prozess um veruntreute Gelder aus der niedersächsischen Landeskasse soll heute am Landgericht Braunschweig ein Urteil fallen. Angeklagt sind ein Mitarbeiter des Sozialgerichts und seine Frau.
Insgesamt rund 1,4 Millionen Euro sollen auf das Privatkonto des Paares geflossen sein. Da einige Taten verjährt sind, geht es in dem Prozess noch um eine Summe von mehr als 860.000 Euro. Die Anklage lautet auf Untreue, Betrug in besonders schwerem Fall und Geldwäsche. Bei dem Hauptangeklagten handelt es sich um einen 42-Jährigen. Dieser ist laut Gericht als Beamter eines Sozialgerichts dafür zuständig gewesen, Gelder aus dem Haushalt des Landes Niedersachsen anzuweisen. Dabei ging es um die Vergütung von Anwälten bei der Prozesskostenhilfe. Seine Befugnis habe er ausgenutzt, um Gelder auf das gemeinsame Privatkonto von sich und seiner Partnerin zu überweisen. Das Paar soll einen Großteil des Geldes bereits ausgegeben haben. Laut Staatsanwaltschaft hätten die beiden damit ihren luxuriösen Lebensstil – unter anderem Kreuzfahrten – finanziert.
Staatsanwaltschaft fordert mehrjährige Freiheitsstrafe
Das Vorgehen fiel während einer internen Prüfung im Februar 2024 auf. Der Mann aus Vechelde (Landkreis Peine) hat die Taten laut Staatsanwaltschaft gestanden. Nach Angaben des Gerichts fordert die Staatsanwaltschaft eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren wegen Untreue im besonders schweren Fall für den Mann. Für die angeklagte Ehefrau beantragten die Ankläger eine Gesamtstrafe von zwei Jahren wegen Geldwäsche, die zur Bewährung ausgesetzt werden soll. Die Verteidigung des Angeklagten hat eine Strafe von maximal dreieinhalb Jahren beantragt, für die Ehefrau gibt es keinen konkreten Strafantrag.

Ein Beamter und seine Partnerin sollen jahrelang Gelder des Landes Niedersachsen privat genutzt haben. Heute beginnt der Prozess.
Dieses Thema im Programm:
NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 22.01.2026 | 06:30 Uhr