
AUDIO: Die Nordclubs vor dem Re-Start der Frauenfußball-Bundesliga (2 Min)
Stand: 22.01.2026 12:29 Uhr
Für die Fußballerinnen des HSV steht gleich zum Auftakt der Bundesliga-Restrunde am Sonntag das richtungsweisende Kellerduell mit der SGS Essen an. Bei der „Mission Klassenerhalt“ sollen auch vier Spielerinnen helfen, die in der Winterpause verpflichtet worden sind.
Was in Hamburg wichtig ist, lässt sich nahezu alles in der historischen Speicherstadt im Kleinformat bestaunen. Denn im dort ansässigen Miniatur Wunderland sind die Sehenswürdigkeiten und andere wichtige Gebäude der Hansestadt liebevoll nachgebaut und aufgestellt worden. Auch das Volksparkstadion hat dort seit vielen Jahren seinen Platz. Bis dato waren die Figuren in der Modellbau-Arena allerdings ausschließlich männlich.
Seit dieser Woche nun sind aber die HSV-Frauen auf dem Kunstgrün zu bestaunen. Mit der Nachbildung des Semifinals im DFB-Pokal gegen Werder Bremen (1:3 nach Verlängerung) aus der Vorsaison wollen die Wunderland-Gründer Gerrit und Frederik Braun allerdings nicht nur an das erste ausverkaufte Spieler der Hamburger Fußballerinnen in der Vereinshistorie erinnern, sondern auch ihr Mitwirken an der Aktion „Kann ich mir nicht leisten“ belohnen.
Denn wie die Touristen-Attraktion im Hafen bietet auch der HSV allen, denen das Geld für den Eintritt fehlt, für die Heimspiele im Februar kostenlosen Eintritt an. „Als sich der HSV jetzt gemeldet hat, dass sie bei der Aktion mitmachen wollen, haben wir sofort gesagt, jetzt wollen wir auch ein Zeichen setzen: Jetzt gehören auch in unser Stadion die Frauen mal rein“, erklärte Frederik Braun.

Das Bundesliga-Kellerduell der Hamburger Frauen ab 16 Uhr in der Audiovollreportage und im Liveticker.
HSV-Boss Huwer: „Sind am Beginn einer großartigen Reise“
Nach dem Debüt im Miniatur Wunderland ist für die Hanseatinnen vor dem Heimspiel gegen Essen (Sonntag, 16 Uhr, im Livecenter bei NDR.de). Von einem ersten Finale um den Klassenerhalt zu sprechen ist in Anbetracht von insgesamt noch zwölf ausstehenden Begegnungen gewiss zu früh. Doch bei einer Pleite gegen die SGS würde der Rückstand des Aufsteigers auf das Team von Trainerin Heleen Jaques, das aktuell als Zwölfter den ersten Nichtabstiegsplatz belegt, auf fünf Zähler anwachsen.
Das soll, nein, das darf aus HSV-Sicht keinesfalls passieren. Denn ein sofortiger Wiederabstieg ist in den Planungen des Vereins nicht vorgesehen. „Wir sind bei den Frauen noch am Beginn einer großartigen Reise. Davon sind wir beim HSV alle überzeugt“, sagte Vorstandsboss Eric Huwer beim Besuch im Miniatur Wunderland.
Vier neue Spielerinnen für Trainerin Brancão
Der 42-Jährige unterstrich mit seiner Aussage die Ambitionen des Clubs, das Frauen-Team in der Bundesliga etablieren zu wollen. „Jetzt, wo wir hier im Miniatur Wunderland angekommen sind, merken wir auch, dass wir in der Stadtgesellschaft angekommen sind“, erklärte Huwer im besten PR-Slang.
Ein Abstieg würde die angestoßene Entwicklung da erst einmal ausbremsen. Um diesen zu verhindern, hat der Vorstandsboss wohl nicht nur blumige Worte gewählt, sondern offenbar auch die Schatulle geöffnet. Jedenfalls bekam Trainerin Liése Brancão trotz lediglich einem Sieg in den ersten 14 Partien keinen „blauen Brief“, sondern gleich vier neue Spielerinnen.

Jahresrückblick
Im Mai kehrten die Frauen und Männer des HSV in die Erste Liga zurück. Zehntausende Fans bejubelten ihre Heldinnen und Helden. Ein Band, das auch in der Bundesliga hält.
Bartz kehrt an alte Wirkungsstätte zurück
Klotzen statt kleckern hieß es also an der Uwe-Seeler-Alle. Jedenfalls war das Motto im Zusammenhang mit den dringend benötigten Verstärkungen nicht: „Kann ich mir nicht leisten.“ Gegönnt hat sich der Aufsteiger dabei in Lea Paulick (kam von Eintracht Frankfurt) eine neue Torhüterin sowie in Gloria Slišković (Juventus Turin) und Magou Doucouré (SSC Neapel) zwei Verteidigerinnen.
Zudem wurde Paulina Bartz von Bayer Leverkusen ausgeliehen. Die Mittelfeldakteurin dürfte keine große Eingewöhnungszeit benötigen, da sie bereits bis 2023 für die Hanseatinnen auflief. „Es ist einfach schön, wieder zu Hause zu sein, für den HSV zu spielen und alte bekannte Gesichter wiederzusehen. Ich hoffe darauf, wieder mehr Spielzeit zu erlangen, und will helfen, dass wir unsere Ziele erreichen“, sagte die gebürtige Hamburgerin.
Sind die Neuzugänge auch Sofort-Hilfen?

Wechselte vom SSC Neapel zum HSV: Rechtsverteidigerin Magou Doucouré.
Die große Frage aber ist bei allen vier Zugängen, ob sie die benötigten Sofort-Verstärkungen für den Tabellenvorletzten sein können. Denn wie Bartz, die bei Bayer im vergangenen Halbjahr nur zu fünf Einsätzen kam, waren auch Keeperin Paulick (ein Spiel in dieser Saison), die bosnische Innenverteidigerin Slišković (ohne Serie-A-Partie) und die französische Rechtsverteidigerin Doucouré (vier Einsätze für Napoli) bei ihren vorigen Vereinen keine Stammkräfte.
Sie alle eint, nun an der Elbe durchstarten zu wollen. „Der HSV ist ein großer Traditionsverein und es erfüllt mich mit Stolz und großer Motivation, nun ein Teil davon zu sein. Mein voller Fokus liegt auf den Zielen des Clubs und ich werde alles geben, um gemeinsam mit meinen Mitspielerinnen erfolgreich zu sein“, sagte Doucouré.
Sollten der 25-Jährigen und ihren neuen Teamkameradinnen der Klassenerhalt gelingen, wäre ihnen ein Platz in den HSV-Geschichtsbüchern sicher. Und bestimmt würden auch die Gebrüder Braun die Hamburgerinnen dann in ihrem Wunderland häufiger gegen die HSV-Männer austauschen…

Frauenfußball
Trainer Marwin Bolz führte die HSV-Frauen zurück in die Bundesliga. Nach holprigem Start soll auch seine Zeit in Portugal zur Erfolgsgeschichte werden.

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