Marode Theodor-Heuss-Brücke

Ab Februar: Notnetz für Busse und Blitzer gegen Lkw-Sünder

22.01.2026 – 12:23 UhrLesedauer: 2 Min.

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Verkehrszeichen auf der Theodor-Heuss-Brücke (Archivbild): Radikale Maßnahmen sollen die Zukunft der maroden Brücke in Düsseldorf sichern. (Quelle: Oleksandr Voskresenskyi/imago)

Wegen akuter Einsturzgefahr wird die Theodor-Heuss-Brücke ab dem 1. Februar für schwere Fahrzeuge gesperrt. Das hat massive Folgen für den Busverkehr: 6.500 Fahrgäste werden täglich durch das Rheinbahn-„Notnetz“ massiv Zeit verlieren.

Düsseldorfs Autofahrer und Pendler müssen sich auf massive Einschnitte einstellen. Der Ordnungs- und Verkehrsausschuss hat am Dienstag weitreichende Entscheidungen zur Zukunft der maroden Theodor-Heuss-Brücke getroffen. Während eine neue Schienenverbindung endgültig vom Tisch ist, tritt bereits in wenigen Tagen eine strenge Gewichtsbeschränkung in Kraft.

Ohne die Entlastung droht laut den Prüfern ein plötzliches Versagen der Stahlkonstruktion durch sogenanntes „Beulen“ – ein Szenario, das eine sofortige Vollsperrung wie bei der Rahmedetalbrücke zur Folge hätte. Um das Verbot durchzusetzen, plant die Stadt den Einsatz von Silhouettenblitzern, die schwere Fahrzeuge automatisch erfassen.

Betroffen sind täglich rund 500 Schüler und 6.000 Pendler. Als kleiner Trost wird das Angebot „Flexi“ über den Rhein hinweg zum ÖPNV-Tarif ausgeweitet. Dennoch wird das neue Netz von der Rheinbahn als „Notnetz“ bezeichnet, bei dem mit erheblichen Verspätungen zu rechnen ist. Die Stadtverwaltung betont, dass diese harten Maßnahmen alternativlos sind, um die Brücke für den restlichen Verkehr offen zu halten.

Die Hoffnung auf eine Straßenbahnverbindung über die Brücke, die sogenannte Nordtangente, hat sich zerschlagen. Eine Machbarkeitsstudie im Auftrag der Stadt ergab, dass das Projekt volkswirtschaftlich nicht sinnvoll ist.

Mit Werten zwischen 0,54 und 0,69 wird die erforderliche Hürde von 1,0 für staatliche Fördergelder deutlich verfehlt. Der Bau hätte laut Studie je nach Variante zwischen 500 und 686 Millionen Euro gekostet. Der Ausschuss empfahl dem Rat daher mehrheitlich, den Ersatzneubau der Brücke ohne Schienentrasse zu planen. Abschließend wird sich der Stadtrat am 11. Februar mit den Beschlüssen zum Brückenneubau befassen.