Acht Kilometer langer Tunnel

Mega-Umbau am Hauptbahnhof: Das ist geplant

Aktualisiert am 22.01.2026 – 08:47 UhrLesedauer: 2 Min.

Ein ICE am Frankfurter Hauptbahnhof (Archivbild):Vergrößern des Bildes

ICEs am Frankfurter Hauptbahnhof (Archivbild): Bis in die 2040er Jahre steht dort ein Megaprojekt an. (Quelle: IMAGO/imageBROKER/Arnulf Hettrich)

Ein neuer Tunnel, ein Tiefbahnhof, mehr Straßenbahnen: Der Verkehrsknoten Frankfurt wird komplett umgebaut. Das Megaprojekt soll erst in den 2040er-Jahren fertig sein.

Der Frankfurter Hauptbahnhof wird sich grundlegend verändern – aber das dauert. Die Deutsche Bahn plant ein Megaprojekt, das den Bahnhof bis in die 2040er-Jahre hinein zur Dauerbaustelle macht: den sogenannten Fernbahntunnel. 3,6 Milliarden Euro soll das Vorhaben nach bisherigen Schätzungen kosten.

Geplant ist ein etwa acht Kilometer langer Tunnel mit einem viergleisigen Tiefbahnhof unterhalb des bestehenden Bahnhofs. Die bisherigen Gleise in Kopfbahnhof-Bauweise stoßen an ihre Grenzen: Jeden Tag rollen über 1.400 Züge durch den Frankfurter Hauptbahnhof.

Mit dem Tunnel wird der Bahnhof erstmals zu einem Durchgangsbahnhof für den Fernverkehr. Züge müssen nicht mehr wenden, sondern können ohne Richtungswechsel weiterfahren. Das soll nicht nur Zeit sparen, sondern vor allem Platz schaffen: Laut Bahn könnte die Kapazität des Knotenpunkts so um 20 Prozent steigen. Gleichzeitig werden oberirdisch Gleise frei für mehr Nah- und Regionalverkehr.

Seit vergangenem Jahr laufen die ersten Probebohrungen. Mit insgesamt 150 geplanten Bohrungen entlang des künftigen Tunnelverlaufs erkundet die Bahn den Boden, bis zu 100 Meter tief. Vier dieser Bohrungen finden direkt unter dem Hauptbahnhof statt. Die Arbeiten sollen Erkenntnisse über Stabilität, Feuchtigkeit und Tiefe des Tonbodens liefern. Erst danach wird entschieden, mit welchem Verfahren der Tunnel gebaut wird.

Auch oberirdisch wird kräftig umgebaut – und das schon deutlich früher. Bis 2027 soll das Entrée des Bahnhofs neu gestaltet werden, wie die „FNP“ berichtet. Vor dem Haupteingang entstehen größere Straßenbahnhaltestellen und ein überdachter Zugang bis zum Querbahnsteig. Die sogenannte B-Ebene wird heller, barriereärmer und mit neuen Geschäften ausgestattet. Erste Läden sollen bereits Mitte 2026 eröffnen. Die Investitionssumme liegt laut Bahn bei rund 1,2 Milliarden Euro.