Brisante Stadtpläne

Frust bei Anwohnern nach Treffen mit OB: Demo angekündigt

  • Philip Buchen

Aktualisiert am 22.01.2026 – 11:09 UhrLesedauer: 2 Min.

Der Vorsitzende der Interessengemeinschaft (IG) Pantaleonsviertel, Andreas Zittlau (Archivfoto): Bei den beiden Veranstaltungen zu dem geplanten SHZ gab es großen Andrang.Vergrößern des Bildes

Der Vorsitzende der Interessengemeinschaft (IG) Pantaleonsviertel, Andreas Zittlau (Archivfoto): Bei den beiden Veranstaltungen zu dem geplanten SHZ gab es großen Andrang. (Quelle: Philip Buchen)

Tumulute, Zwischenruf – und nun auch eine Demo. Im Pantaleonsviertel will man den Widerstand gegen die Pläne von OB Burmester und der Stadt nicht begraben.

Die Interessengemeinschaft (IG) Pantaleonsviertel hat der Informationsveranstaltung zum geplanten Suchthilfezentrum (SHZ) am Perlengraben ein vernichtendes Zeugnis ausgestellt. „Ich hatte keine große Erwartungshaltung und die ist noch untertroffen worden“, sagte IG-Vorsitzender Andreas Zittlau der Kölner Lokalredaktion von t-online nach dem turbulenten Abend in der Aula des Berufskollegs Perlengraben.

Seine Fachfragen seien von Sozialdezernent Harald Rau nicht beantwortet worden, kritisierte Zittlau: „Er ist ausgewichen, teilweise wurde er vom OB sogar beschützt.“ Zittlau ging es am Dienstagabend zum einen um die Frage, welche Fachämter der Stadt in den Auswahlprozess eingebunden wurden – und welche Unternehmen das SHZ finanziell unterstützen wollen. Hier habe die Stadt nicht ausreichend Stellung bezogen.

Und auch die Art der Kommunikation stieß dem IG-Vorsitzenden sauer auf: „Diese Basta-Äußerungen des OB, das gehe nun eben nicht anders, kommen bei so einem sensiblen Thema im Veedel nicht gut an.“

Zittlau hatte im Vorfeld mit einer hitzigen Stimmung gerechnet, „weil die Menschen hier sehr unglücklich informiert worden sind“. Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD), Sozialdezernent Rau und Polizeipräsident Johannes Herrmann wurden von wütenden Anwohnern wiederholt unterbrochen und ausgebuht.

Die Bewohner des Pantaleonsviertel fürchten Zustände wie am Neumarkt, dem derzeitigen Drogenhotspot der Stadt. Als Burmester von weinenden Anwohnern bei seinen Besuchen dort berichtete, wurde er sarkastisch ausgelacht. Auch seine Ankündigung, man werde nicht länger akzeptieren, dass im öffentlichen Raum Drogen genommen werden, stieß auf Spott im Publikum.

Die IG Pantaleonsviertel kündigte am Mittwoch eine Demonstration gegen die Pläne der Stadt an: Sie soll am 31. Januar durch das Pantaleons- und Severinsviertel führen. Die IG forderte zudem die Verschiebung aller zu dem SHZ geplanten Ratsbeschlüsse. In einer Mitteilung der Aktivisten hieß es: „Ein Ratsbeschluss ohne vollständige Transparenz über Entscheidungsgrundlagen, fachliche Bewertungen und finanzielle Hintergründe wäre aus Sicht der Anwohnerschaft nicht verantwortbar.“

Stadtverwaltung und OB blieben am Dienstag bei ihrer Position, dass der geplante Standort des SHZ am Perlengraben alternativlos sei. Für einen am 5. Februar zur Abstimmung stehenden Planungsbeschluss sei eine politische Mehrheit im Rat sicher, hieß es.