Verdachtsfälle in Aachener Klinik
Ex-Pfleger könnte mehr als 100 Menschen getötet haben
22.01.2026 – 11:47 UhrLesedauer: 1 Min.
Der Ex-Pfleger vor Gericht: Er könnte noch weit häufiger gemordet haben. (Quelle: Oliver Berg/dpa/dpa-bilder)
Ein bereits verurteilter Krankenpfleger steht unter Verdacht, für deutlich mehr Todesfälle verantwortlich zu sein als bisher bekannt.
Die Staatsanwaltschaft Aachen ermittelt gegen einen bereits verurteilten Ex-Pfleger wegen mehr als 100 weiterer Todesfälle auf einer Palliativstation. Oberstaatsanwältin Katja Schlenkermann-Pitts bestätigte den Anfangsverdacht und die laufenden Untersuchungen, bei denen bereits 27 Leichen exhumiert wurden. Der Mann war im November 2025 wegen zehnfachen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden.
Nach Angaben der Ermittlungsbehörde stehen noch etwa 30 weitere Exhumierungen aus. Schlenkermann-Pitts betonte jedoch, dass es sich bislang nur um einen Anfangsverdacht handelt: „Der kann natürlich auch noch wegfallen.“
Die neuen Verdachtsfälle beziehen sich auf einen Zeitraum vor den bereits verhandelten Taten. Das Landgericht Aachen hatte den Pfleger für schuldig befunden, zwischen Dezember 2023 und Mai 2024 Patienten auf einer Palliativstation in Würselen bei Aachen tödliche Injektionen verabreicht zu haben. Neben den zehn Morden wurde er auch wegen 27-fachen Mordversuchs verurteilt.
Die aktuellen Ermittlungen konzentrieren sich nun auf mögliche Tötungsdelikte aus der Zeit davor. Der Verurteilte hatte bereits seit 2020 in der betroffenen Klinik gearbeitet.
