Transfercoup für Ziel Aufstieg

©FC Schalke 04
Der bislang wohl größte Transfercoup dieses Winters ist perfekt: Schalke 04 hat sich im Kampf um Edin Dzeko gegen Ligue-1-Klub Paris FC durchgesetzt und den früheren Bundesliga-Torschützenkönig und deutschen Meister von 2009 verpflichtet. Mit dem 39 Jahre alten Routinier, der die Rückennummer 10 erhält, soll der Aufstieg gelingen.
Für den Angreifer, der für sechs Monate unterschrieb, muss Schalke offenbar keine Ablöse an die AC Florenz trotz laufenden Vertrags bis Saisonende zahlen. Nach Informationen von „Sky“ haben die Klubs stattdessen diverse Bonusmodalitäten vereinbart. Bei den Königsblauen erhält Dzeko dem Vernehmen nach ein stark leistungsbezogenes Arbeitspapier. Berichten zufolge wird jeder Treffer extra vergütet. Zudem bekäme er im Aufstiegsfall eine hohe Prämie. Das Gehaltsgefüge soll aber nicht gesprengt werden. Top-Verdiener ist aktuell Kapitän Kenan Karaman (31) mit kolportierten 800.000 Euro brutto. Bei der Viola habe er zuvor über 3 Millionen Euro im Jahr kassiert.
Dass sich der Rekordnationalspieler Bosniens nicht für den finanziell besser aufgestellten und höher spielenden Paris FC entschied, soll vor allem am intensiven Austausch mit Nationalmannschaftskollege Nikola Katic, Ex-Schalker Sead Kolasinac und S04-Trainer Miron Muslic gelegen haben. Letztgenannter hatte schon im November ein Nationalmannschaftstrikot von Dzeko geschenkt bekommen. Nun ist er der achte Bosnier in der Vereinsgeschichte der Gelsenkirchener.
Dzeko brachte es in der Serie A in der laufenden Spielzeit auf elf Einsätze, blieb allerdings ohne Treffer. Je einer gelang ihm in der Conference League und der Qualifikation zu dem Wettbewerb. Vor seiner großen internationalen Karriere spielte er von 2007 bis Ende 2010 beim VfL Wolfsburg und wurde mit den Niedersachsen 2009 deutscher Meister. Ein Jahr später wurde er mit 22 Treffern Bundesliga-Torschützenkönig. Im Januar 2011 ging es für 37 Mio. Euro zu Manchester City, wo er zweimal nationaler Champion wurde. Es folgten Stationen bei der AS Rom, Inter Mailand und Fenerbahce. Insgesamt wurden für Dzeko Ablöse von fast 60 Mio. Euro gezahlt.
Stimmen zur Verpflichtung von Dzeko bei Schalke 04
„Edin hat uns nach der ersten Kontaktaufnahme sehr schnell und klar kommuniziert, dass er richtig Lust auf Schalke hat. Mit ihm verpflichten wir einen Angreifer, der in seiner Karriere auf dem höchsten Niveau gespielt hat. Neben der Erfahrung als Führungsspieler wird unsere Mannschaft von Edins Qualitäten als Zielspieler und Torjäger profitieren. In den Gesprächen hat er uns glaubhaft verdeutlicht, wie hungrig er auf eine erfolgreiche Rückrunde mit uns ist. Darauf freuen wir uns“, sagte Direktor Profifußball Youri Mulder.
Dzeko gab zu Protokoll: „Ich habe mich seit dem ersten Interesse sehr intensiv mit Schalke beschäftigt und mir einige Spiele angeschaut. Die Gespräche mit den Verantwortlichen, Miron Muslic als Trainer und unter anderem natürlich Nikola Katic waren sehr gut. Es ist sehr beeindruckend, wie sich die Mannschaft nach schwierigen Jahren in dieser Saison entwickelt hat. Ich möchte jetzt alles dafür geben, damit wir als Team auch in der Rückrunde erfolgreich sind. Ich freue mich sehr auf das erste Heimspiel in der ausverkauften VELTINS-Arena.“
Schalkes große Hoffnungen in Dzeko – Kann er Raúl nacheifern?
Bei den Knappen wird man hoffen, dass Dzeko einen ähnlichen Weg wie einst Raúl nimmt – auch wenn Schalke damals noch in anderen Sphären unterwegs war. Der frühere Stürmer war ebenfalls im reiferen Alter 2010 von Real Madrid zu S04 gekommen und erzielte in 98 Partien 40 Tore und 21 Vorlagen für den Traditionsklub. Der Spanier feierte mit Schalke den Sieg im DFB-Pokal 2011 und erreichte im selben Jahr das Halbfinale in der Champions League.
Italien-Experte in der deutschen Transfermarkt-Redaktion, Marius Soyke, sagt über Dzeko und dessen Qualitäten, die er mit zu den Königsblauen bringt: „Er ist logischerweise nicht mehr besonders schnell, man sollte ihn deswegen nicht unbedingt die weiten Wege gehen lassen und er ist vielleicht nicht die beste Option, um permanent offensiv zu pressen. Was er nicht verlernt hat, ist seine Spielintelligenz und seine seit jeher starke Technik. Er kann Bälle festmachen und seine Mitspieler in Szene setzen. Ich denke, über die letzten 20 Jahre gesehen, gibt es nur wenige Mittelstürmer in der Weltspitze, die zeitgleich auch so gute Spielmacher waren. Sein Kopfballspiel ist weiterhin stark und wenn er die richtigen Zuspiele bekommt, wird er im Strafraum für viel Gefahr sorgen.“
