• Bojang Babanding ist 18 Jahre alt, spielt für die A-Junioren des JFV Bremen in der Regionalliga Nord und war an einem Großteil der Tore seiner Mannschaft in der Hinrunde beteiligt.
  • Babanding spielte zuvor in Gambia und Schweden, wechselte im Februar vergangenen Jahres nach Deutschland, schloss sich kurzzeitig Werder Bremen II an und landete nach Probetraining beim JFV Bremen.
  • Babanding will Profi und Nationalspieler werden; sein Trainer Mete Doener betont, dass dazu mehr als Talent notwendig ist und verweist auf Trainingsfleiß.

Mehr anzeigen
Weniger anzeigen

Mit Bojang Babanding haben die in der Fußball-Regionalliga Nord spielenden A-Junioren des JFV Bremen einen sehr interessanten Spieler in ihren Reihen. Der 18-Jährige ist mit acht Saisontreffern und nahezu noch einmal so vielen Vorlagen an einem Großteil der insgesamt 24 Tore der Grün-Rot-Weißen in der Hinrunde beteiligt gewesen. „Baba ist unser Top-Scorer. Wir sind auch sehr froh darüber, dass wir ihn haben“, erklärt JFV-Coach Mete Doener.

Der Goalgetter hat in seinen jungen Jahren schon eine bewegte Vergangenheit hinter sich. Bojang Babanding hat beide Elternteile verloren, spielte mit 17 Jahren schon beim Greater Tomorrow Football-Klub in der ersten Liga seiner Heimat Gambia und auch bei Helsingborgs IF in der zweiten schwedischen Liga. Im Februar vergangenen Jahres ging er nach Deutschland. „Ich wollte weg aus Schweden. Und da mein Cousin in Bremen wohnt, bin ich zu ihm gekommen“, teilt der Youngster mit. Im April schloss er sich dann dem SV Werder Bremen II in der Regionalliga Nord der A-Junioren an. Das war ihm aber nicht genug. „Ich wollte dort unbedingt in der ersten Mannschaft in der Bundesliga spielen“, informiert Bojang Babanding. Da dies nicht klappte, verließ er den Verein nach nur einem Monat wieder.

Um einen neuen Klub zu finden, verschickte er Videos an verschiedene Vereine. Eines davon landete auch beim JFV Bremen. „Ich habe mir seine Videos angeschaut und ihn dann zum Probetraining eingeladen“, blickt Mete Doener zurück. Da einige Leistungsträger die Nordbremer zu höherklassigen Vereinen verlassen hatten, benötigte der JFV neue Spieler mit großer Qualität. Da kam „Baba“, wie der junge Mann kurz gerufen wird, gerade recht. „Er hat mich auch im Probetraining vollauf überzeugt“, versichert Doener. Bojang zahlte das Vertrauen mit bärenstarken Vorstellungen zurück.

Zum Zehner umfunktioniert

„Baba hatte sich selbst aber eher als Sechser gesehen“, sagt der JFV-Trainer, der ihn aber zum Zehner umfunktionierte. „Ich bin auch der einzige Mittelfeldspieler der Liga, der es auf acht Tore in der Hinrunde gebracht hat“, erzählt Bojang Babanding nicht ganz ohne Stolz. „Meine große Stärke ist das Passspiel“, betont Babanding, der ordentlich Englisch spricht und in der deutschen Sprache immer größere Fortschritte macht. Bojang Babanding kennt nur ein Ziel im Fußball: „Ich will Profi werden.“ Diesen Wunsch hat er aber mit vielen seiner Kollegen gemeinsam. „Es gehört mehr als Talent dazu, wenn man Profi werden will. Es bedarf einer harten Arbeit im Training, um sich seinen Traum zu erfüllen“, betont Mete Doener. Dies versuche er seinem Aktivposten auch stets zu vermitteln. „Ich habe schon Spieler mit weniger Talent gesehen, die es dann trotzdem in den Profi-Fußball geschafft haben“, sagt Doener. Und auch wenn er „Baba“ eher zu den regelmäßigen Trainingsgästen zähle, habe er bei seinem Schützling dies festgestellt: „Ich habe das Gefühl, dass Baba das Training mal eher absagt, wenn es draußen kalt und nass ist.“

Diesen Vorwurf weist Bojang Babanding entschieden zurück: „In Schweden war es schließlich sogar noch kälter als hier. Ich komme schon irgendwie mit dem Wetter klar. Das ist kein Problem für mich.“ Der Torjäger räumt allerdings ein, dass er aus seiner gambischen Heimat nur Hitze gewohnt sei: „Bei mir zu Hause in Gambia ist es immer heiß.“ Genau verfolge er die Geschichte seines Landsmanns Bakery Jatta, der vor zehn Jahren aus Gambia flüchtete und über Bremen seinen Weg zum Hamburger SV in den bezahlten Fußball fand. „Ich folge ihm in den sozialen Medien. Auf mich selbst ist er aber noch nicht aufmerksam geworden“, teilt der junge Kicker mit. Beim Hamburger Nachbarn FC St. Pauli steht mit Abdoulie Ceesay ein weiterer gambischer Fußballspieler unter Vertrag. Auch seinen Werdegang verfolgt Bojang Babanding genau. „Auch ich selbst möchte mal mein Land repräsentieren und Nationalspieler werden“, sagt der große Anhänger von Real Madrid.

Bojang Babanding, der in der Bremer Innenstadt lebt und mit dem Zug zum Training nach Vegesack fährt, beschreibt sich selbst als sehr ehrgeizig. Deshalb stört es ihn auch extrem, dass er sein persönliches Ziel für die Hinrunde nicht erreicht hat: „Ich wollte eigentlich zehn Tore bis zur Winterpause erzielen.“ Dass er sich mit seinen 1,82 Metern und 75 Kilogramm so gut in der U19-Regionalliga behaupten kann, liegt auch an seiner Erfahrung aus dem Herren-Fußball. „In Gambia interessiert es niemanden, wie alt du bist. Da landet man dann ganz schnell im Herrenbereich“, erläutert der Mittelfeldspieler, der als kreativer, intelligenter Kicker mit einer guten Ballkontrolle, Übersicht und einem guten Dribbling gilt. „Baba ist ein guter Junge“, betont Mete Doener. Aber es gehöre eben mehr dazu, als ein paar Tore zu schießen, um in den Profibereich zu kommen. Empfehlungsschreiben in die gewünschte Richtung kann „Baba“ Babanding in der Rückrunde abgeben.

Diese Fragen und Antworten wurden mit KI basierend auf unseren Artikeln erstellt.

→ Mehr Infos

Zur Startseite