An seinem Brot kommt in München keiner mehr vorbei. Vom Wirtshaus bis zur gehobenen Gastronomie wird überall Julius Brantner auf den Tisch gestellt. Der Bäckermeister ist selbst davon überrascht, dass sein Brot derart durch die Decke ging: „Hätte ich irgendeine neue Technologie erfunden, könnt‘ ich es noch mehr verstehen, aber ich habe im Endeffekt ja nichts Neues entwickelt.“
Seine Backwaren sprechen eben für sich. Brantner setzt auf Handwerk und ein kleines Sortiment, auf Bio-Mehl aus dem Münchner Umland und auf 24 Stunden Ruhezeit für seinen Natursauerteig. Seine erste Backstube eröffnet er 2019 in der Adalbertstraße und zieht sie drei Jahre später in die Nordendstraße um. Bald darauf folgt der zweite Ableger in der Altstadt und zuletzt die Teig-Manufaktur in Forstinning.
Nun hat Brantner bekannt gegeben, dass er bald eine dritte Backstube eröffnen wird, dieses Mal rechts der Isar am Pariser Platz in Haidhausen. Wie all seine Filialen erfülle auch dieser Standort besondere Anforderungen, erklärt Brantner. Denn wo immer sein Brot verkauft wird, muss auch Platz für eine Backstube sein, damit alles frisch in die Tüte kommt. Außerdem gebe es bei ihm nur „gläserne Backstuben“ mit breiten Fensterfronten, durch die man ihm und seinem Team bei der Arbeit zusehen kann. Das schaffe Transparenz und Vertrauen, findet Brantner.
Die Öfen der neuen Backstube könnten frühestens im März anlaufen, sofern der Umbau nach Plan läuft. Auch hier soll es dann das gewohnte Sortiment mit allen Klassikern geben, darunter das Roggenvollkornbrot „Handwerk 25“, das Brantner als sein „Lieblingsbrot und heiligstes Produkt“ ausweist. Eine kleine Überraschung will er den Haidhausern aber trotzdem ins Regal legen. Was genau, verrät er noch nicht.
Brot aus dem Haidhauser Franzosenviertel gibt es auch im neuen Feinkostladen Chez Pierre in der Klenzestraße; allerdings bezieht es Betreiber Pierre Martin von der Boulangerie Claude et Julien. Schließlich ist Martin sehr stolz darauf, den ersten französischen Feinkostladen in München eröffnet zu haben und bestückt sein Sortiment fast ausschließlich mit Produkten aus Frankreich, oder im Fall vom Baguette nach französischem Vorbild.
Nur beim Käse hat er ein paar Ausnahmen gemacht, denn der hat es ihm besonders angetan. In Frankreich hat sich Martin zum Käse-Affineur fortbilden lassen und gibt nun jeden Mittwochabend sein Wissen im Rahmen einer Käse-Verkostung mit Weinbegleitung weiter. Mindestens 35 verschiedene Käsesorten hat er stets vorrätig. Ein Highlight ist für ihn der „Fromage du Maquis“, ein Schafmilch-Käse mit Kräutern aus Korsika.
Beim Rundgang stößt man auf viele kleine Produzenten, die Martin auf seiner Suche nach besonderen Produkten persönlich besucht hat und die direkt an ihn exportieren. So bekommt man bei ihm zum Beispiel echten Dijon-Senf von Edmond Fallot, der als einer der Letzten im Burgund mit Senfsaat aus der Region produziert. Riechen und schmecken ausdrücklich erwünscht! (Chez Pierre, Klenzestraße 41, Montag bis Samstag 10 bis 19 Uhr)
Tim Raue stellt in seiner Brasserie die Karte um
Auch in Tim Raues Brasserie Colette soll man schlemmen wie Gott in Frankreich. Die Marke mit Standorten in München, Berlin und Konstanz begeht ihren zehnten Geburtstag mit einer Umstellung der Speisekarte. Bis vor Kurzem gab es neben dem À-la-carte-Angebot nur vorgegebene Menüs. Nun kann man sich vier Gänge für 99 Euro (vegan für 88 Euro) individuell zusammenstellen.
Im ersten Gang könnte man zum Beispiel die Entenleberpastete mit Radicchio und Kumquat wählen, danach den Meeresfrüchte-Eintopf „Casolette de Bretagne“ mit weißen Bohnen und Rauchpaprika; als Hauptgang gibt es Rinderfilet mit Roquefort und Birne und zum Abschluss Crème brûlée oder Käse. Wie bisher wird die Speisekarte saisonal wechseln und auch das À-la-carte-Angebot bleibt bestehen (Brasserie Colette, Klenzestraße 72, Telefon 089/23002555, täglich von 18 bis 23 Uhr).