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Was macht dieser muskulöse Mann beruflich? Passanten tippen auf Türsteher, Laternenputzer oder Bodybuilder. Doch Reff (42) ist nichts davon. Er ist Lehrer – und zwar einer, der ganz anders ist. Seit zehn Jahren unterrichtet er Ethik, Politik und Geografie an einer Berliner Brennpunktschule. Seine Schüler lieben ihn.
Der Mann mit dem Bären
Über 90 Prozent der Jugendlichen stammen aus Einwandererfamilien, viele kommen aus schwierigen Verhältnissen. Doch im Unterricht sind sie engagiert und fühlen sich gut aufgehoben. „Mitfühlend“ – so beschreiben sie den Pädagogen in der ZDF-Reportage „Ein Lehrer geht viral“, die am kommenden Dienstag (27. Januar) um 22.15 Uhr ausgestrahlt wird. Das Geheimnis? Reff (ein Pseudonym) geht spielerisch an den Lehrstoff heran. Bereits in seiner Kindheit zeichnete er den Bären „Raffi“. Jetzt ziert das Tier ausgeblasene Hühnereier. Eine Woche lang sollen die Klassen darauf aufpassen – eine Lektion über Verantwortung. Auch ein Ei-Tagebuch gehört dazu. Die Eier sind zerbrechlich und erfordern Achtsamkeit.
Zwischen Klassenzimmer und Netz
Der 42-Jährige hat eine Frau und zwei erwachsene Kinder. Sein Privatleben hält er weitgehend unter Verschluss. Daheim wertet er Schülerarbeiten aus und lädt Unterrichtsvideos hoch. Dreimal wöchentlich startet er einen Livestream. Menschen spenden dafür – Geld, das Reff sammelt und an ärmere Kinder weitergibt. Die Jugendlichen sollen Social Media konstruktiv nutzen – ohne Diskriminierung, Mobbing und Rassismus.
Was einen guten Lehrer ausmacht
Die Autorinnen Claudia Kock und Cordula Garrido haben diesen besonderen Menschen porträtiert und beleuchten auch seine anrührende Familiengeschichte. Die Klasse unterstützt den Ethiklehrer, genauso wie die Schuldirektorin. Die Doku macht deutlich: Respekt, Höflichkeit und gegenseitiges Verständnis sind entscheidend. Der Pädagoge verkörpert diese Werte mit Leichtigkeit, Einfühlungsvermögen und einem Lächeln. So wird Unterricht zum Vergnügen.