Mehrere Demonstranten halten eine große Fahne auf dem Opernplatz in Hannover.

Stand: 22.01.2026 17:38 Uhr

Kurdinnen und Kurden demonstrieren seit Tagen in Niedersachsen. Sie wollen auf die Lage in Syrien aufmerksam machen: Dort waren Truppen der Übergangsregierung weit in von Kurden kontrollierte Gebiete vorgerückt.

Heute hat die Kurdische Gemeinde Niedersachsen zu einer Demo vor dem Landtag in Hannover aufgerufen. Mehrere Hundert Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren angemeldet. Der Veranstaltungsleiter verurteilte zunächst, dass es in den letzten Tagen bei Protesten in Hannover auch immer wieder zu Unruhen und Konfrontationen mit der Polizei gekommen sei. Für heute rief er dazu auf, friedlich zu bleiben. Auch in Göttingen ist für 18 Uhr eine Demonstration geplant. „Die Menschen in Rojava brauchen jetzt unsere Unterstützung und Solidarität“, hieß es in dem Aufruf der Organisatoren. Rojava bezeichnet eine de facto autonome Region im Nordosten Syriens, die von Kurden kontrolliert wird.

Pro-kurdische Demo am Mittwoch in Hannover blieb friedlich

Auch am Mittwoch hatte es Demos gegeben. Rund 800 Menschen versammelten sich am Abend auf dem Opernplatz in Hannover, wie ein Sprecher der Polizei dem NDR Niedersachsen mitteilte. Demnach wurde vereinzelt Pyrotechnik gezündet. Die Veranstaltung dauerte rund zwei Stunden und wurde kurz nach 19 Uhr beendet – sie habe sich dann friedlich aufgelöst, hieß es. Wegen der Ausschreitungen am Dienstagabend wurde die Demo mit einem Großaufgebot der Polizei begleitet.

Demos auch in Bremen und Salzgitter

In Bremen gingen ebenfalls wieder Unterstützerinnen und Unterstützer der Kurden in Syrien auf die Straße. Laut Polizei verlief der Protestzug mit rund 2.300 Teilnehmenden überwiegend friedlich, es sei aber auch Pyrotechnik gezündet worden. Auch in Salzgitter gingen laut Polizei am Mittwochabend rund 600 Menschen auf die Straße. „Die Stimmung war emotional“, sagte ein Polizeisprecher. Die Teilnehmenden verhielten sich demnach friedlich.

Kämpfe trotz Waffenruhe in Syrien

Hintergrund der Demonstrationen sind die Kämpfe zwischen Truppen der syrischen Übergangsregierung und den kurdisch angeführten Syrisch-Demokratischen Kräften (SDF) im Norden und Nordosten Syriens in den vergangenen Wochen – trotz einer Waffenruhe. Die Übergangsregierung will die Gebiete, die bisher unter kurdischer Selbstverwaltung standen, unter ihre Kontrolle bringen und setzt dies militärisch durch. Nach dem Sturz von Syriens Langzeitmachthaber Baschar al-Assad Ende 2024 hatte sie sich zum Ziel gesetzt, das Land nach Jahren der Spaltung zu einen.

Blick auf den Lappan, das Wahrzeichen der Stadt Oldenburg.

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Das Rathaus am Maschsee.

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Eine Gruppe Demontranten bei Dunkelheit mit Fahnen auf einem Platz.

Bei der Demonstration für ein kurdisches Gebiet in Syrien waren die Teilnehmer laut Polizei zunächst beschimpft worden.

Menschen nehmen in Hannover an einer Demonstration teil.

3.000 Menschen hatten sich versammelt, um gegen Gewalt in Syrien zu protestieren. Auch andernorts in Niedersachsen gab es Demos.

Vor mehreren Flaggen Kurdistans zeigt eine Person das Victoryzeichen bei einer Demonstration in Duisburg.

Ein Passant, der Teilnehmende der Demo am Dienstagabend mit Pfefferspray attackierte, wurde festgenommen.

Dieses Thema im Programm:

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