
Nach einem missglückten Rückrunden-Start stehen der SC Paderborn und Preußen Münster im Westfalen-Duell bereits unter Druck.
Während Paderborn als Tabellenvierter mit einem Punkt Rückstand auf einen direkten Aufstiegsplatz die Bundesliga im Visier hat, hat Preußen Münster als 13. nur noch einen Punkt Vorsprung auf Relegationsplatz 16 und kämpft um den Klassenerhalt. Am Sonntag (13.30 Uhr) spielen die beiden Klubs im direkten Duell um Punkte.
Sowohl Paderborn als auch Münster legten am vergangenen Wochenende einen Fehlstart in die Rückrunde hin: Paderborn unterlag 0:2 bei Holstein Kiel, Münster zog gegen den Karlsruher SC mit 0:2 den Kürzeren. Was beide Trainer beklagten: Die mangelnde Effizienz vor dem gegnerischen Tor.
Viel Aufwand, wenig Ertrag
Paderborn verpasste durch die Niederlage, die Auswärts-Patzer der Aufstiegs-Konkurrenten Elversberg (2:3 in Nürnberg) und Schalke 04 (0:0 bei Hertha BSC) zu nutzen. In Kiel hatte Paderborn deutlich mehr Ballbesitz und betrieb viel Aufwand, zwingend wurde es aber nur selten – anders als bei den Hausherren, die ihre Möglichkeiten effektiv nutzten.
Paderborn gab in der 2. Liga bisher die zweitmeisten Schüsse auf das Tor ab (nur Magdeburg hat mehr), doch die Ausbeute blieb zuletzt oft mager. Am 11. Spieltag hatte Paderborn noch mit einem 2:1-Erfolg gegen Fürth die Tabellenführung erobert, doch von den letzten sechs Pflichtspielen konnte die Mannschaft nur eines gewinnen.
„Um elf Ecken zu bekommen, muss man oft nach vorne kommen, aber wir müssen daraus ein bisschen mehr Torgefahr entwickeln“, sagte Paderborns Coach Ralf Kettemann nach der Niederlage in Kiel. „Aber wir haben unser Gesicht gezeigt und nicht aufgegeben“. Allerdings war die Partie auch durch einen schweren Sturz von Paderborns Abwehrspieler Calvin Brackelmann überschattet worden, der vom Platz getragen werden musste. Unter der Woche gab Brackelmann Entwarnung: Es gehe ihm „den Umständen entsprechend gut“.
Münster steckt mitten im Abstiegskampf
Deutlich größer sind die Sorgen bei Paderborns Gegner Preußen Münster. Das Team mit den meisten gewonnen Zweikämpfen in der Liga ist seit vier Pflichtspielen sieglos und muss um den Klassenerhalt bangen. Bei der 0:2-Niederlage gegen den KSC hatte das Team „wieder einen dieser Tage, wo am Ende ein Ergebnis steht, das das Spiel so nicht widerspiegelt“, wie Münsters Coach Alexander Ende es formulierte.
Wieder einmal waren die Preußen über weite Strecken das klar bessere Team, ließen kaum Chancen zu und erzielten den vermeintlichen Führungstreffer, der aber vom Videoschiedsrichter wieder einkassiert wurde. Stattdessen sah Münsters Paul Jaeckel (77.) nach einer Notbremse die Rote Karte und Münster kassierte umgehend das 0:1, ehe der KSC per Foulelfmeter den Deckel drauf machte. Jaeckel wurde für ein Spiel gesperrt und verlängert nun die Liste der Ausfälle.
„Wir haben in dieser Saison schon die ein oder andere Niederlage gehabt, die unnötig war“, sagte Ende. „Die Effektivität hat definitiv gefehlt – uns fehlt aber nicht viel, um Spiele zu gewinnen. Es sind Kleinigkeiten, die so ein Ding entscheiden im Fußball.“
Unsere Quellen:
Sendung: WDR.de, „Paderborn gegen Münster – unterschiedliche Welten, gleiche Probleme“, 22.01.2026, 20:19 Uhr