Igor Matanovic hat den SC Freiburg in der Europa League gegen Maccabi Tel Aviv spät mit 1:0 in Führung gebracht.

Stand: 22.01.2026 20:43 Uhr

Freiburgs Trainer Julian Schuster schont gegen Maccabi Tel Aviv einige Stammkräfte. Gegen destruktive Gäste tut sich der Bundesligist extrem schwer, kann am Ende aber doch noch jubeln.

Der SC Freiburg hat sich am siebten Spieltag der Liga-Phase in der Europa League gegen Maccabi Tel Aviv zu einem 1:0 (0:0) gemüht. Igor Matanovic besorgte mit seinem ersten Europapokal-Treffer das Tor des Tages (81. Minute). Mit 17 Punkten haben die Breisgauer beste Chancen auf das direkte Erreichen des Achtelfinals.

„Es war wie erwartet ein sehr schweres Spiel. Wir haben es aber trotzdem gut gemacht und sind geduldig geblieben“, sagte Matchwinner Matanovic im SWR-Interview. „Sie haben nicht viele Chancen zugelassen, aber wir sind weiter dran geblieben.“

Der Sport-Club ging vier Tage nach dem 2:2 beim FC Augsburg als Favorit ins Rennen. Bei den Freiburgern saßen mit Vincenzo Grifo, Johan Manzambi und Lucas Höler einige profilierte Offensivkräfte zunächst auf der Bank. Die Gäste aus Israel hatten vor dem Anpfiff erst einen Punkt auf dem Konto und unter anderem beim VfB Stuttgart eine klare Niederlage kassiert. Wie bereits in der Landeshauptstadt fand die Begegnung in Freiburg unter massiven Sicherheitsvorkehrungen statt.

Beim Anpfiff von Schiedsrichter Mohammed Al-Hakim warteten noch zahlreiche Zuschauer wegen der besonders sorgfältigen Kontrollen auf Einlass. Doch auch als drinnen waren, blieben zahlreiche Plätze frei. Große Teile der Fanszene verzichteten wegen der Rahmenbedingungen auf Support am Donnerstagabend. Auf dem Platz begann das Spiel etwas fahrig, in der 5. Minute näherte sich der SC durch einen Kopfball von Igor Matanovic erstmals an.

Im Anschluss spielte sich das Geschehen erstmal im Mittelfeld ab. Freiburg kontrollierte zwar das Spiel, konnte den Gegner aber zunächst nicht in Verlegenheit bringen. In der 17. Minute bot sich Matanovic nach einem Fehler in Maccabis Hintermannschaft die nächste Möglichkeit, doch der Kroate konnte den aus dem Tor geeilten Roi Mishpati mit seinem Lupferversuch nicht überraschen.

Blutender Treu muss behandelt werden

Den ersten echten Aufreger der Partie lieferte Maccabis Roy Revivo, der Philipp Treu unter Druck setzte und den Freiburger beim Abdrehen mit dem Ellbogen im Gesicht traf. Der blutende SC-Akteur musste behandelt werden, bevor es weitergehen konnte (22.). Nach einer halben Stunde forderten die SC-Fans gleich zwei Mal einen Foulelfmeter, doch sowohl die Aktion gegen Derry Scherhant als auch gegen Treu waren Schiedsrichter Al-Hakim zu wenig für einen Strafstoß – zwei korrekte Entscheidungen.

Die nächste Offensiv-Aktion gehörte wieder Matanovic. Der Angreifer drosch eine abgewehrte Flanke aus wenigen Metern aufs Tor, doch Mishpati war im kurzen Eck zur Stelle (37.) – die bis dahin beste Gelegenheit. Zwei Minuten vor der Pause fand Christian Günter mit seiner Hereingabe Scherhant, der im Zentrum aber entschlossen geblockt wurde. In der Nachspielzeit bewahrte Noah Atubolu den Sport-Club dann mit einem starken Reflex gegen den Kopfball von Sayed Abu Farkhi vor einem Rückstand zur Pause.

Matanovic lässt das 1:0 liegen

Ohne Wechsel starteten beide Teams in den zweiten Durchgang. Die erste gefährliche Szene gehörte den Breisgauern. Yuito Suzuki wurde auf der rechten Seite freigespielt, seine scharfe Hereingabe konnte Tel Aviv im Zentrum klären (49.). Es folgte eine irre Szene: Nach einem Eckball köpfte Matthias Ginter stark aufs kurze Eck, Mishpati rettete glänzend. Das allerdings vor die Füße von Matanovic, der den Ball an die Latte prügelte. Nach dem folgenden Kopfballduell landete der Ball bei Suzuki, dessen Schuss am rechten Winkel vorbeistrich (56.).

Für die Freiburger war es ein Weckruf: Nach einem Konter setzte Scherhant zum Schlenzer an, verfehlte aber das lange Eck (59.). Maccabi versuchte nun, das Tempo zu verschleppen. Immer wieder blieben die Akteure nach Zweikämpfen am Boden liegen und nahmen so Zeit von der Uhr. Der Sport-Club zog das Tempo nun an. In der 67. Minute dribbelte sich der aufgerückte Max Rosenfelder auf der linken Seite durch und wurde erst im letzten Moment geblockt. Keine 60 Sekunden später kombinierte sich Scherhant gemeinsam mit Matanovic durchs Zentrum, sein Abschluss wurde vor der Linie abgewehrt.

Tel Aviv fand in der Offensive praktisch nicht mehr statt, stattdessen nutzten die Gäste jede Möglichkeit, um Zeit von der Uhr zu nehmen. Freiburg rannte dagegen weiter an, Scherhants Abschluss aus 16 Metern war aber zu harmlos, um Mishpati in Verlegenheit zu bringen (76.). Fünf Minuten später dann Jubel im Europa-Park-Stadion: Eine Flanke von Günter köpfte Matanovic mustergültig in den linken Winkel.

Im Anschluss nahmen die Verletzungspausen der Gäste drastisch ab. Tel Aviv ging jetzt nochmal vorne drauf und hatte plötzlich eine Überzahlsituation, die Ginter im letzten Moment entschärfte. Im Anschluss brachte der Sport-Club den Sieg sicher ins Ziel.

Freiburg reist nach Lille

In der Bundesliga geht es für den Sport-Club mit dem Heimspiel gegen den 1. FC Köln weiter (Sonntag, 17:30 Uhr im Liveticker und Audiostream auf sportschau.de). Am kommenden Donnerstag steht für die Freiburger das letzte Gruppenspiel in der Europa League beim OSC Lille an (21 Uhr). Anschließend sind für den 19. und 26. Februar die Begegnungen der Playoff-Runde angesetzt. Die Achtelfinals werden am 12. und 19. März ausgetragen.

Südwestrundfunk