Umbau in London: Von der Turnhalle zum Penthouse – so wohnt und arbeitet das Interior-Duo Tutto Bene.
Felizia Berchtold und Oskar Kohnen haben gemischte Gefühle, wenn sie an ihre Schulzeit zurückdenken. Beide wollten damals nämlich vor allem eins: schnell fertig werden und die Schulbank ein für alle Mal hinter sich lassen. Heute verbringen sie ganz freiwillig wieder viel Zeit in einer Schule: In London ist das Paar in ein altes viktorianisches Schulgebäude gezogen, das 1902 vom britischen Architekten Thomas Jerram Bailey erbaut und in den Neunzigern in Wohneinheiten verwandelt wurde. „International war Bailey kaum bekannt“, sagt Berchtold. „Architekturhistorikern dürfte sein Name vielleicht ein Begriff sein“, glaubt Kohnen, weil Bailey um die Jahrhundertwende zahlreiche Schulgebäude in London entwarf. „Die Briten sind sehr stolz auf ihr Schulsystem, weshalb die Schulen qualitativ so hochwertig gebaut wurden.“
Aus einem britischen Gymnasium werden Luxuswohnungen
Von außen sieht der Bau mit der symmetrischen Fassade, den Kuppeln, Giebeln und hohen Schornsteinen tatsächlich genau so aus, wie man sich eine britische Schule vorstellt. Innen profitieren Kohnen und Berchtold, die 2023 ihr gemeinsames Studio Tutto Bene gründeten und zwischen Mailand und London pendeln, vom gut gepflegten Bestand, zu dem auch der 124 Jahre alte Parkettboden zählt. Ihr Penthouse befindet sich in der einstigen Turnhalle, die ganz oben im Gebäude untergebracht war, wie für Londoner Schulen üblich. In das acht Meter hohe gymnasium wurden zwei Wohnungen mit je drei Etagen gezogen.

Die Atelierfenster in der Galerie lassen die Wohung lichtdurchflutet und hell erstrahlen.
Ludovic Balay