Großrazzia gegen Menschenhändler
Frauen zur Prostitution gezwungen – Betroffene aus Castrop-Rauxel
Katharina Josefine Langenkämper
Reporterin

Die Polizei führte eine große Razzia gegen Menschenhändler durch. (Symbolbild) © Christoph Reichwein/dpa
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Bei einer Großrazzia gegen mutmaßliche Menschenhändler haben Staatsanwaltschaft Bonn und Polizei am Dienstag vier chinesische Staatsbürger festgenommen. Auch in Castrop-Rauxel gibt es eine Verbindung zu dem Fall: Eine der elf identifizierten Betroffenen arbeitete oder lebte in der Stadt.
Die Verdächtigen im Alter zwischen 32 und 62 Jahren sollen Frauen illegal nach Deutschland geschleust und zur Prostitution gezwungen haben. Sie wohnen in Troisdorf, Wuppertal und Mülheim an der Ruhr und befinden sich nun in Untersuchungshaft.
Die Ermittlungen begannen im Sommer 2024, nachdem Kontrollen eines Massagesalons in Sankt Augustin erste Hinweise auf illegal in Deutschland lebende Frauen ergeben hatten. Das Kriminalkommissariat 4 der Polizei im Rhein-Sieg-Kreis führte daraufhin verdeckte Ermittlungen durch.
Razzia in neun Städten
Insgesamt identifizierten die Beamten elf mutmaßliche Opfer chinesischer und ungarischer Herkunft zwischen 22 und 64 Jahren. Diese arbeiteten oder lebten neben Castrop-Rauxel auch in Troisdorf, Köln, Düsseldorf, Wuppertal, Aachen, Bonn, Bochum und Mülheim an der Ruhr.
Rund 120 Polizeikräfte durchsuchten am Montag unter Leitung von Kriminaldirektor Stephan Wetzel 20 Objekte. Dabei beschlagnahmten sie Bargeld, Schmuck, zwei Pkw und zwei Eigentumswohnungen. Zudem erwirkten die Ermittler einen Vermögensarrest über 1,5 Millionen Euro.