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Da hat sich einer den Frust von der Seele geredet! Außenpolitiker Armin Laschet (60, CDU), Chef im Auswärtigen Ausschuss, hat bei Maybrit Illner (61) den Europäern tüchtig den Kopf gewaschen. Seine große Sorge gilt dabei nicht Grönland oder gar Trumps neuem Friedensrat „Board of Peace“ als Konkurrenz zu den UN, sondern den fürchterlichen Menschenopfern in Europa durch Putins massenmörderischen Kältekrieg gegen die Ukraine.
Laschets erschütternde Analyse: „Dieser Krieg muss jetzt enden. 30.000 Tote jeden Monat! Die Ukrainer werden zunehmend zermürbt. Ob in einem halben Jahr oder einem Jahr die Bedingungen überhaupt noch so sind, kann man schon bezweifeln. Deshalb war meine Hoffnung, dass die Europäer mit Selenskij und den Amerikanern knapp vor Weihnachten die Bedingungen abgesteckt hatten, dass danach die nächste Schritte kommen – und dann kam Venezuela, und danach Grönland, und dann war das Thema wieder völlig weg.“
Neue Hoffnung auf Ukraine-Treffen
Aber, so Laschets neue Hoffnung auf das Ukraine-Treffen in den Vereinigen Arabischen Emiraten: „Jetzt ist plötzlich wieder Dynamik da, dass man morgen in UAE zusammen ist.. Es würde mich nicht wundern, wenn das genauso überraschend plötzlich zu irgendeinem Punkt käme. Es kann aber auch wieder alles scheitern.“

Bei Illner warnte Armin Laschet vor dem massenmörderischen Kältekrieg in der Ukraine
Foto: ZDF
Laschets Kritik an Europas Rolle bei Putin im Vergleich zu Trumps Sondergesandten Steve Witkoff (68) und Jared Kushner (45): „Wir wissen das alles nicht, weil unsere europäischen Ideen nach Moskau transportiert werden durch Herrn Witkoff und Herrn Kushner, und wir als Europäer nicht reden. Wenn man so selbstbewusst in der Welt auftreten will, wie alle das beschreiben, dann muss man auch mit jedem reden. Ich glaube, da muss die europäische Politik auch wieder in einen Kontakt zu Russland kommen. Sonst sind wir auch da nur auf amerikanische Geschäftsleute angewiesen, die unsere europäischen Interessen in Moskau vertreten.“
„Wir müssen in Europa handlungsfähig werden“
Laschets eindringliche Forderung: „Wir müssen in Europa handlungsfähig werden, und wir haben in dieser Woche wieder einmal belegt, wie unfähig wir dazu sind. Dass Linksextreme, Rechtsextreme plus deutsche Grüne eine Mehrheit organisieren gegen ein Abkommen (mit den Mercosur-Staaten, d.Red.), das uns loslösen würde von der Abhängigkeit von den USA in kleinen Teilen, ist eine Katastrophe. Und dass 45 EVP-Abgeordnete, also Christdemokraten, 36 Sozialisten und 24 Liberale auch nicht in der Lage sind, mitzustimmen, um so etwas zu verhindern.“

Bei Maybrit Illner schimpft Armin Laschet über die Grönland-Debatte, die den Ukraine-Frieden verdrängt habe
Foto: ZDF
Dann lässt der Außenpolitiker seinem EU-Frust freie Bahn: „Deshalb ärgert mich, wenn aus Brüssel manche mit großen Sprüchen agieren, jetzt müssen wir es Putin zeigen, man muss klarer gegen Trump reden, wir müssen hier selbstbewusst sein, wir wollen uns von China lösen. Das sind alles Sprüche, aber man kriegt es nicht mal hin, im Europäischen Parlament 50 Prozent plus 1 für ein Handelsabkommen hinzukriegen. Und das muss sich ändern.“ Denn, so Laschet sichtlich gefrustet: „Wir wollen Indien dazuhaben, wir wollen neue Handelsabkommen. Wenn jedes Mal 25 Jahre gebraucht werden (wie für die Mercosur-Verhandlungen, Anm. d. Red.) und dann noch eine juristische Prüfung (beim Europäischen Gerichtshof) einsetzt, braucht Europa über all diese Handlungsfähigkeit nicht weiter zu reden.“
Laschet dazu mit einem Vergleich zwischen den Anführern von Frankreich, Deutschland und Nato: „Wie redet man in Hinblick auf den amerikanischen Präsidenten? Da kann man die Macron-Methode wählen, wildes Beschimpfen. Oder man kann den eher zurückhaltenderen Stil des Bundeskanzlers nehmen, der in einer solchen Situation erfolgversprechender ist. Und Rutte ist ja auch einer, der eher zurückhaltender ist, aber der kommt mit Erfolgen.“