„Sächsische Separatisten“

Prozess gegen Neonazi-Gruppe startet

23.01.2026 – 03:15 UhrLesedauer: 1 Min.

Polizisten bringen mutmaßliche Rechtsextreme zum Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof (Archivbild): Die Bundesanwaltschaft hatte acht mutmaßliche Rechtsterroristen in Sachsen und Polen festnehmen lassen.Vergrößern des Bildes

Polizisten bringen mutmaßliche Rechtsextreme zum Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof (Archivbild): Die Bundesanwaltschaft hatte acht mutmaßliche Rechtsterroristen in Sachsen und Polen festnehmen lassen. (Quelle: Rene Priebe/dpa)

In Dresden beginnt der Prozess gegen acht mutmaßliche Neonazis. Sie sollen einen NS-Staat in Sachsen geplant haben. Auch die AfD spielt eine Rolle.

Sie wollten offenbar auf den Zusammenbruch Deutschlands warten und dann zuschlagen: Am Oberlandesgericht Dresden beginnt am heutigen Freitag (10 Uhr) der Prozess gegen acht mutmaßliche Mitglieder der militanten Neonazi-Gruppe „Sächsische Separatisten“.

Die Männer müssen sich wegen Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung, Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens und weiterer Anklagepunkte verantworten. Das Gericht hat nach dem Prozessauftakt zunächst 67 weitere Verhandlungstermine angesetzt.

„Die Angeklagten sollen einer im Februar 2020 gegründeten Vereinigung angehört haben, die sich selbst ‚Sächsische Separatisten‘ nannte und deren Mitglieder rassistische, antisemitische und teilweise apokalyptische Überzeugungen vertraten“, teilte das Gericht vorab mit.

Laut Anklage der Bundesanwaltschaft waren die Männer überzeugt, dass ein unbestimmter „Tag X“ mit dem Zusammenbruch Deutschlands bevorsteht. Dabei hätten sie einen möglichst großen Teil Sachsens erobern und dort einen an der Ideologie des Nationalsozialismus ausgerichteten Staat errichten wollen.

Im November 2024 hatten Einsatzkräfte bei einer Razzia an mehreren Orten in Sachsen sowie in Polen acht Männer festgenommen. Durchsuchungen fanden auch in Österreich statt.

Zu der Gruppierung sollen auch drei AfD-Mitglieder gehört haben. Der sächsische AfD-Landesverband wies nach der Razzia rasch jegliche Verbindung zu der betroffenen Gruppierung zurück.