3. Kunst von Nazis als „entartet“ erklärt

Munchs Werke wurden in Chemnitz nicht nur früh ausgestellt, sondern auch gesammelt. Laut der Chemnitzer Museumsdirektorin Florence Thurmes erwarben die Kunstsammlungen schon früh neben Grafiken auch sein Gemälde „Zwei Menschen. Die Einsamen“. Dieses wurde später von den Nationalsozialisten als „entartet“ erklärt und musste verkauft werden. Für die Sonderausstellung „Edvard Munch. Angst“ ist das Werk 2025 nach fast 90 Jahren nach Chemnitz zurückgekehrt – jedoch nur als Leihgabe.

4. Munch wollte kein „Brücke“-Künstler sein

Edvard Munch gilt neben van Gogh, Cézanne und Gauguin als Wegbereiter der modernen Malerei und wird oft als Vorläufer des Expressionismus bezeichnet. Ein Beispiel dafür ist sein Holzschnitt „Der Kuss“ aus dem Jahr 1897 – dem Gründungsjahr der expressionistischen Künstlergruppe „Brücke“. Laut den Kunstsammlungen Chemnitz begegneten Mitglieder wie Karl Schmidt-Rottluff und Erich Heckel Munchs Werk erstmals 1906 im Sächsischen Kunstverein in Dresden. Der Norweger wurde zu einem wichtigen Vorbild für die jungen Maler, lehnte jedoch eine angebotene Mitgliedschaft in der „Brücke“ ab.

5. Munch malte Nietzsche in Weimar

Edvard Munch porträtierte den Philosophen Friedrich Nietzsche – allerdings posthum. Der Norweger fertigte nach mehreren Aufenthalten in Weimar um 1904 Porträts an, die Nietzsche als Grübelnden mit aufgestütztem Kopf zeigen. Grundlage dafür waren Fotografien, die ihm Elisabeth Förster-Nietzsche, die Schwester des Philosophen, zur Verfügung stellte. Sie engagierte sich zudem für die Finanzierung des Projekts und gewann den schwedischen Kunstmäzen Ernest Thiel als Auftraggeber. Neue Aufmerksamkeit erhielt eines der Porträts, als die Deutsche Post es zum 100. Todestag Nietzsches als Vorlage für eine Sonderbriefmarke verwendete.

6. In Thüringen auf Munchs Spuren wandern

Von Anfang November 1905 bis Mitte März 1906 hielt sich Edvard Munch zur Kur in dem kleinen Ort Elgersburg im Thüringer Wald auf. Dort malte er unter anderem Ansichten des Ortes sowie Landschaftsbilder der Umgebung, insgesamt sind um die 16 Werke entstanden. Die Orte, die Munch zu Gemälden und Grafiken inspirierten, lassen sich heute auf einem rund vier Kilometer langen Rundwanderweg erkunden. Auf Schautafeln kann man nachvollziehen, an welchen Stellen Munch die Skizzen für seine Bilder anfertigte. Für Interessierte wird von April bis November außerdem jeden ersten Sonntag im Monat eine geführte Munch-Wanderung angeboten.

7. „Der Schrei“ inspirierte Andy Warhol

„Der Schrei“ ist wohl das bekannteste Werk des norwegischen Künstlers Edvard Munch (1863–1944). Insgesamt schuf er vier Gemälde und eine Grafik mit dem ikonischen Motiv. Sein „Schrei“ inspirierte später viele moderne Künstler*innen, darunter Andy Warhol. Der berühmte amerikanische Vertreter der Pop-Art fertigte 1984 eine eigene Interpretation unter dem Titel „The Scream“ an. Warhol adaptierte außerdem Munchs „Madonna“ und sein Selbstporträt mit Knochenarm.

8. Munchs Akt-Bilder lösten Skandal aus

Die erste Ausstellung Edvard Munchs in Berlin, der damaligen Reichshauptstadt, löste 1892 einen Skandal aus. Der norwegische Maler war vom Verein Berliner Künstler zu einer Einzelausstellung eingeladen worden, die schon nach einer Woche wegen gezeigter Aktdarstellungen geschlossen wurde. Die Bilder lösten in Berlin eine öffentliche Diskussion unter dem Titel „Munch-Affäre“ aus.

Die Schließung der Ausstellung sollte aber auch aus einem anderen Grund in die Kunstgeschichte eingehen: Sie führte im selben Jahr aufgrund künstlerischer Auseinandersetzungen im Berliner Kunstverein zur Gründung der berühmten „Berliner Secession“, der später Größen wie Wassily Kandinsky, Käthe Kollwitz, Emil Nolde und Max Pechstein angehörten. 

9. „Der Schrei“ mehrmals aus Museen gestohlen

Edvard Munchs bekanntestes Werk, „Der Schrei“, wurde bereits zweimal aus Museen gestohlen. 1994 entwendeten Diebe die in Tempera gemalte Version aus der Nationalgalerie in Oslo. Nach drei Monaten konnten sie gefasst werden. 2004 wurde dann die erste Version des Motivs, die Munch 1893 auf Pappe gemalt hatte, aus dem Osloer Munch-Museum gestohlen – und das vor den Augen der Museumsbesucher*innen. Die Täter wurden erst zwei Jahre später überführt. Der Kunstdiebstahl führte weltweit zu einem Umdenken in der Museumssicherheit.