Besonders spektakuläre Bilder tauchen häufig mehr als einmal auf. Oft werden sie dann in einem falschen Kontext wiederverwendet. So auch ein Video, das derzeit auf verschiedenen Kanälen mit der Behauptung kursiert, es handle sich um Aufnahmen aus Berlin. Eine Person schießt darin mit einer mutmaßlich selbst gebauten Feuerwerkskanone auf der Straße.
Bewertung
Das Video stammt aus dem Jahr 2024 und wurde im Zuge von prowestlichen Demonstrationen in Georgien aufgenommen.
Fakten
Mit Hilfe einer Bilderrückwärtssuche mit einem zentralen Bild aus dem Video lässt sich schnell herausfinden, dass das Video während Protesten in Georgien Anfang Dezember 2024 aufgenommen wurde.
Seit der umstrittenen Parlamentswahl im Oktober 2024 kommt es in der Südkaukasusrepublik regelmäßig zu Protesten gegen den Kurs der Regierungspartei „Georgischer Traum“. Auslöser war die Entscheidung der nationalkonservativen Partei, die Verhandlungen über einen EU-Beitritt bis zum Jahr 2028 auszusetzen. Die Demonstranten fordern die Freilassung von Demonstranten und die Rückkehr zu einer pro-europäischen Politik.
Europäische Medien verwendeten damals dasselbe Videomaterial in ihrer Berichterstattung und verweisen darin auch direkt auf den Mann, der mit seiner selbstgebauten Feuerwerkskanone die Polizei attackierte.
Ausschreitungen auch in Berlin
Das Video aus Georgien wurde bereits vor einem Jahr fälschlicherweise als Material aus Deutschland ausgegeben, wie auch in einem dpa-Faktencheck festgehalten wurde.
Auch wenn der Clip nicht aus Berlin stammt, so kam es in Deutschland zu Silvester tatsächlich in mehreren Städten zu Ausschreitungen. So wurde etwa in Berlin mit Feuerwerksraketen und Böllern auf Einsatzkräfte geschossen. Insgesamt wurden dutzende Menschen festgenommen.
(Stand: 13.1.2026)
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Transparenzhinweis
Das Projekt „Augsburg checkt‘s“ erfolgt in gemeinsamer Zusammenarbeit der Stadt Augsburg, den Stadtwerken Augsburg, der Augsburger Allgemeinen und der Deutschen Presseagentur. Stadt und Stadtwerke stellen Gebäude, Liegenschaften sowie Fahrzeuge für die Initiative zur Verfügung. Auf Inhalte haben sie keinen Einfluss. Die Faktenchecks wurden von der Deutschen Presseagentur recherchiert und werden über die Augsburger Allgemeine publiziert.
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