Die U-Bahn-Linie 9 wird ab Montag wieder bis zur Endstation Rathaus Steglitz fahren. Die BVG bestätigte am Donnerstag entsprechende Tagesspiegel-Informationen. Nach einem Brand im Bahnhof Schloßstraße war die Strecke seit November im südlichen Abschnitt gesperrt.
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Ab Montag früh Betriebsbeginn soll ein Zug zwischen Friedrich-Wilhelm-Platz und der Endstation pendeln. Dieser wird nicht im Bahnhof Schloßstraße halten. Für Fahrgäste ist dies trotzdem eine gute Nachricht, weil der Umstieg in die Busse entlang der Schloßstraße entfällt. Die Fahrzeit war seit November erheblich länger.
Bei dem Brand am 28. November waren in einem Technikraum wichtige Kabel, zum Beispiel für Signale, zerstört worden. Verursacht wurde das Feuer durch einen Obdachlosen, der in dem Raum lebte. Es wurde neben einer Matratze ein Kochgeschirr gefunden, dies könnte das Feuer ausgelöst haben. Die Kriminalpolizei ermittelt wegen fahrlässiger Brandstiftung.
Vor genau fünf Jahren hatte es schon mal gebrannt in dem Bahnhof, die Ursache war verblüffend ähnlich: Am 2. Januar 2021 geriet ein Kabelstrang in einem technischen Betriebsraum in Brand – auch damals soll es ein Obdachloser ausgelöst haben. Damals konnte die Station schon nach drei Wochen wieder angefahren werden. Die Frage, ob es in beiden Fällen der gleiche Technikraum war, hat die BVG bislang nicht beantwortet.
Zunächst ging es nur bis Bundesplatz
Die ersten Wochen nach dem Feuer im November fuhr die U9 nur bis Bundesplatz. Dort startete ein Ersatzverkehr per Bus. Seit Anfang Januar pendelt immerhin ein Zug von Friedrich-Wilhelm-Platz bis Walther-Schreiber-Platz im 10-Minuten-Takt. Dieser Pendelverkehr kann nun ab Montag bis zur Endstation verlängert werden.
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Da die U9 laut Fahrplan alle fünf Minuten fährt, müssen Fahrgäste aus dem Norden oder der City den richtigen Zug erwischen, wenn sie nach Steglitz wollen: Alle fünf Minuten geht es bis Bundesplatz, nur alle zehn Minuten bis Friedrich-Wilhelm-Platz bzw. ab Montag bis zur Endstation.
Wann die U9 auch wieder am Bahnhof Schloßstraße hält, ist unklar. Die Station ist seit fast zehn Jahren eine Art Höhle ohne Fliesen an den Wänden. 2016 hatte die BVG mit der Sanierung begonnen, dann stellte das Denkmalschutzamt die Station unter Schutz. Seitdem streiten die beteiligten Behörden. Der Senat erwartet eine Fertigstellung der Bauruine erst „in den 30er Jahren“.