Der über Berlin hinaus bekannte Geschäftsmann Mehmet K. soll am Freitag beerdigt werden. Das erfuhr der Tagesspiegel aus Sicherheitskreisen. Die Beerdigungsfeier ist demnach in der Şehitlik-Moschee am Neuköllner Columbiadamm geplant, die Bestattung selbst auf einem muslimischen Friedhof in Spandau.
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Von Neukölln nach Spandau werden die Teilnehmer voraussichtlich in einer Kolonne fahren, milieutypisch in schweren, hochwertigen Wagen. Mindestens zwei dem Tagesspiegel bekannte Großfamilien werden am Freitag als Trauergäste erwartet. Obgleich sich die Polizei auf einen größeren, begleitenden Einsatz vorbereitet, sind die obigen Angaben noch unbestätigt.
In Spandau begann der Aufstieg des aus dem kurdischen Südosten der Türkei eingewanderten K. – im Milieu wurde er auch „Spandau-Mehmet“, mitunter auch „Kurden-Mehmet“ genannt. K. soll durch Sportwetten-Cafés vermögend geworden sein. Er trat „vielfach polizeilich in Erscheinung“, wie es ein Beamter ausdrückte, wenngleich es zuletzt „ruhiger geworden“ sei. Unter Clan- und Rotlichtkriminellen habe K. entschlossene Kontrahenten gehabt. In den vergangenen Wochen sprach Mehmet K. darüber, schwer erkrankt zu sein.
Wie berichtet, schossen im Dezember zwei Vermummte auf die von K. bewohnte Villa in Lichterfelde. Das Haus wurde beschädigt, niemand verletzt. Von Szenekennern hieß es, dass der Angriff im Zusammenhang mit Revierstreitigkeiten und Schutzgelderpressungen unter Gewerbetreibenden stehe. Der 62-jährige K. lobte nach den Schüssen auf seine Villa in den sozialen Medien eine Belohnung von 500.000 Euro für Hinweise auf die Täter aus.
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Diesen Schritt verurteilten Polizisten als Selbstjustiz. Vergangenen Herbst richtete das Landeskriminalamt die Soko „Ferrum“ wegen der gestiegenen Zahl von Schusswaffeneinsätzen und drohender Bandenkriege ein. Immer wieder hatte es Händler und Gastronomen, aber auch eine Fahrschule getroffen – die Täter gaben meist nachts Schüsse auf die Geschäfte ab, in einigen Fällen zündeten sie Brandsätze. Die Betreiber stammten stets aus der Türkei. Als bedeutendste Erpresserbande gelten die vor allem in der Türkei und Südeuropa aktiven „Daltons“.