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Charlottenburg – Mit ihm ist nicht mehr gut Kirschen essen! Maximilian Schöppner, Bäckermeister der Bäckerei Plentz (zehn Filialen und Verkaufswagen in Berlin und Brandenburg), streicht seinen leckeren Kirschkuchen aus dem Sortiment. Grund: zu teuer!
„Das ist wirtschaftlich nicht mehr tragbar, weder für mich noch für die Kunden“, sagt Schöppner zu BILD.
Die Preisexplosion sei das Resultat zweier schlechter Brandenburger Erntejahre. 2024 lag der Ertrag lediglich bei 164 Tonnen – historischer Tiefststand. Im vergangenen Jahr bei immerhin 541 Tonnen.
Missernten sind schuld
Grund für den Früchte-Mangel: In beiden Jahren waren Spätfröste schuld an den Missernten. Am 6. Mai 2025 zerstörten nächtliche minus 5 Grad einen großen Teil der Brandenburger Kirschblüten. „Darum gibt es schlicht keine bezahlbaren Kirschen mehr“, sagt Schöppner. „Die Spätfröste haben 50 Prozent der Ernte geschädigt.“

Auf der Grünen Woche verkauft die Bäckerei Plentz ihren letzten Kirschkuchen – das Stück zu 3,50 Euro – schon jetzt 1 Euro teurer als in der vergangenen Saison
Foto: Julian Stähle
Außerdem würden Händler aktuell Kirschen zurückhalten, um später höhere Preise durchzusetzen. Schöppner fordert: „Lebensmittel dürfen kein Spielball für Gewinnmaximierung sein.“
Er rechnet vor: „Pro Jahr verbrauchen wir 4000 Kilogramm Kirschen. Der Preis auf dem Großmarkt lag dafür bei 7000 bis 8000 Euro.“ Jetzt würden bis zu 32.000 Euro verlangt.

An einem Kirschbaum hängen im Mai 2025 unreife Kirschen
Foto: Daniel Vogl/dpa
Kirschstreusel für über 4 Euro?
„Wir müssten den Kirschstreusel für über 4 Euro pro Stück verkaufen“, so Schöppner. „Das ist kein fairer Preis. Wir wollen kein exklusiver Bäcker sein, sondern für alle Menschen vom Land erschwinglich bleiben.“
Bis zur nächsten Ernte gibt es deshalb keinen Kirschstreuselkuchen mehr. Zum ersten Mal in der 150-jährigen Bäckerei-Geschichte von Plentz. Dafür wird jetzt mehr Apfel-, Pflaumen- und Mohnkuchen gebacken.