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Paderborn (NRW) – Glatteis auf der Autobahn 44 bei Paderborn. Am frühen Morgen kamen bei einer schweren Unfallserie drei Menschen ums Leben, mindestens elf weitere wurden verletzt.

Nach Angaben der Polizei ereigneten sich die Unfälle auf der Strecke zwischen den Anschlussstellen Marsberg und Lichtenau (Nordrhein-Westfalen). Insgesamt krachte es dort ab etwa 1.30 Uhr in der Nacht 18-mal, ausgelöst offenbar durch glatte Fahrbahnen, so die Polizei.

Unfallserie auf der A44 bei Paderborn

Als Erstes kollidierten ein Kleintransporter und ein mit Papier beladener Lastwagen. Der große Truck geriet in Brand. Der Fahrer des Transporters konnte nicht mehr lebend aus dem Fahrzeug gerettet werden, er verstarb noch an der Unfallstelle, so die Polizei. Der Fahrer des Sattelzuges wurde ins Krankenhaus gebracht.

18 Mal hat es auf der Strecke gekracht. Die Aufräumarbeiten werden Stunden dauern

Der ausgebrannte Laster und der Kleintransporter an der Unfallstelle

Foto: Christian Müller/dpa

Mit einem Bagger werden brennende Papierrollen aus dem verunglückten Laster gezogen, die Feuerwehr löschte bis zum Morgen

Mit einem Bagger werden brennende Papierrollen aus dem verunglückten Laster gezogen, die Feuerwehr löschte bis zum Morgen

Foto: NSN

Auch in Richtung Kassel endete die Glätte tödlich. Bei einem weiteren Unfall starben dort zwei Menschen. Zu den genauen Abläufen der einzelnen Kollisionen machte die Polizei keine Angaben.

Nach Einschätzung der Ermittler spielte die Glätte in vielen Fällen eine entscheidende Rolle. Die Autobahn 44 ist derzeit in beide Fahrtrichtungen vollständig gesperrt. Der Verkehr wird vorher abgeführt. Bis zum Morgen dauerten die Löscharbeiten am Papierlaster an. Der Einsatz läuft noch auf Hochtouren, so die Polizei. Es kann derzeit nicht abgeschätzt werden, wann die Strecke wieder freigegeben werden kann.

18 Mal hatte es auf dem Autobahnstück gekracht. Die Aufräumarbeiten dauern bis in den Tag hinein

18 Mal hatte es auf dem Autobahnstück gekracht. Die Aufräumarbeiten dauern bis in den Tag hinein

Foto: Christian Müller/dpa

Polizei warnt vor katastrophalen Straßenverhältnissen

Vom Teutoburger Wald bis zu den Ostfriesischen Inseln zählte die Polizei bereits mehrere Hundert Glätteunfälle. Auch Autobahnen sind betroffen. Eine Entwarnung gibt es laut Deutschem Wetterdienst frühestens zur Mittagszeit.

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Die Lage bleibt angespannt, die Leitstellen in Osnabrück und Wittmund laufen heiß. Marco Ellermann, Sprecher der Polizeidirektion Osnabrück, sagt: „Die Straßenverhältnisse sind aktuell eine Katastrophe. Es ist überall spiegelglatt. Wenn es irgendwie geht, sollte man zu Hause bleiben, bis sich die Lage wieder beruhigt hat.“

Diplom-Meteorologe Dominik Jung von wetter.net warnte am Freitagmorgen gegenüber BILD: „Das sind die kleinen Niederschläge. Aus den Wolken aus Westen ist teilweise etwas Nieselregen gefallen, nicht viel, ein paar Tropfen, aber bei gefrorenem Boden reicht das aus! Das sieht man nicht einmal groß auf den Wetterkarten.“