Kreuzfahrt und Güterumschlag bringen dem Kieler Hafen ein Rekordjahr. Doch der Bahnverkehr schwächelt weiter und sorgt für Sorgen.


Kreuzfahrt-Boom beschert dem Kieler Hafen ein Rekordjahr

Der Kieler Hafen blickt auf ein außergewöhnlich starkes Jahr zurück. Steigende Gütermengen und Millionen Kreuzfahrtgäste sorgen für neue Bestmarken. Geschäftsführer Dirk Claus spricht von einem rundum positiven Ergebnis. Besonders der Verkehr Richtung Baltikum und nach Skandinavien treibt das Wachstum an und bleibt für den Hafen entscheidend.

Hafen verzeichnet kräftige Zuwächse beim Güterumschlag

Mit knapp 7,97 Millionen Tonnen Fracht erreicht der Kieler Hafen eine neue Rekordmenge. Das entspricht einem Plus von 4,8 Prozent. Rund die Hälfte entfällt auf den Ostuferhafen, der erneut stark zulegen konnte. Vor allem die Verbindung ins Baltikum wächst seit drei Jahren in Folge. Auch die Routen nach Schweden und Norwegen verzeichneten steigende Ladungsmengen.

Kreuzfahrt sorgt für starke Zahlen und neue Perspektiven

Während die Zahl der Fährpassagiere nahezu stabil blieb, erlebte der Kreuzfahrtbereich ein deutliches Plus. Mehr als 1,11 Millionen Gäste gingen 2025 an oder von Bord. 187 Anläufe machten Kiel zu einem wichtigen Wechselhafen für die Branche. Winterkreuzfahrten sorgen zusätzlich für Wachstum – und weitere Anläufe sind bereits angekündigt.

Hafen investiert weiter in Landstrom und Ausbau

Immer mehr Schiffe nutzen Landstrom, statt ihren Maschinenbetrieb fortzuführen. Mit einer zweiten Anlage am Ostseekai kann der Hafen inzwischen sieben Schiffe gleichzeitig versorgen. Bis 2028 sollen weitere 70 Millionen Euro in den Ausbau des Ostuferhafens fließen. Dazu gehören neue Flächen, moderne Ladeinfrastruktur und Maßnahmen zur Kampfmittelräumung.

Probleme auf der Schiene bremsen den Erfolgsweg

Trotz der positiven Gesamtbilanz bleibt der Schienenverkehr ein Schwachpunkt. Die Zahl der Einheiten im Intermodalverkehr sank erneut deutlich. Gründe sind schlechte Pünktlichkeit und hohe Preise, die den Transport auf der Schiene unattraktiv machen. Claus hofft, dass wachsende Gütermengen künftig wieder Impulse für die Bahn bringen. (dpa/re)