Als Begleiterin der Tanzgarden startete Heike Wenzgolls Werdegang in der KG Laakebüll vor über 15 Jahren. Damals tanzte ihre Tochter für die KG und Wenzgoll, erinnerte sie sich, „hatte das Glück in die KG zu kommen“. Am 1. Januar 2010 wurde Heike Wenzgoll offiziell Mitglied der Karnevalsgesellschaft und ist seither kaum mehr aus dem Vereinsleben wegzudenken: Erst übernahm die gelernte Rechtsfachwirtin die Datenpflege der KG und kümmerte sich um die Dinge, die auch außerhalb der Session eben so anfielen.
Schnell wurde Wenzgoll zweite Kassiererin und auf einer Jahreshauptversammlung öffnete sich eine neue Tür für sie: „Ich bin nicht ganz ungeschickt, was Malen und Zeichnen angeht“, dachte sie sich und reichte kurzerhand ihren ersten Entwurf für einen Karnevalsorden ein. Als „Ministerin für dat Ordensjedöns un Funkelkram“ widmete sich Wenzgoll neben ihrer Tätigkeit im Elferrat ganze elf Jahre lang dem Design der Rath-Anhovener Karnevalsorden. „Ich habe versucht, immer eine bestimmte Stimmung des Vereins oder eine besondere Begebenheit hervorzuheben“, erklärte sie. In diesem Jahr entwarf sie ihren letzten Orden: Er ist, genau wie ihr erster Orden, herzförmig und zeigt ein Krönchen – ein Hinweis auf ihr diesjähriges Amt.
Als höchste Frau der KG führt sie die Roaner Narren durch die Karnevalsession und erfüllt sich damit einen langersehnten Traum: „Man steht als kleines Mädchen am Rand und wartet immer auf den letzten Wagen mit der Prinzessin“, erzählte sie. „Ich habe immer wieder mit dem Gedanken geliebäugelt, einmal selbst Prinzessin zu sein, das hat mich nie losgelassen“, verriet die jecke Roanerin. Im April 2024 beschloss sie dann, das Prinzessinnenamt übernehmen zu wollen – sie stellte ihr Gefolge zusammen, plante ihr Kleid gemeinsam mit ihrer Schneiderin und traf erste Vorbereitungen. Am 9. November 2025 kam er dann – der langersehnte erste Auftritt als Prinzessin Heike I. beim Hoppeditzerwachen der KG. „Das war wie ein Rausch“, erinnerte sich die Rath-Anhovener Prinzessin. Besonders die vielen kleinen Gesten ihrer Freunde wie ein handgenähter Beutel aus rotem Samt für das Zepter seien die Dinge, die ihr besonders im Gedächtnis bleiben: „Daran habe ich im Traum nicht gedacht“, erklärte Heike I.
Privat lässt es die Karnevalsprinzessin eher ruhig angehen: Ihre besondere Leidenschaft neben dem Karneval ist der eigene Garten. „Ich liebe meine Gartenarbeit, dabei kann ich vollkommen abschalten“, erklärte Wenzgoll. Außerdem ist die Rath-Anhovener Prinzessin Großmutter zweier Enkelinnen, die für sie oberste Priorität haben: „An meinem Omatag kann ich nicht. Da mache ich keine Kompromisse“, betonte sie. In den Urlaub fahren Wenzgoll und ihr Mann Martin „am liebsten in den Süden, Hauptsache, es ist schön warm“, berichtete sie. Seit sechs Jahren arbeitet Wenzgoll als Regierungsbeschäftigte beim Arbeitsgericht in Mönchengladbach, doch ihre Arbeit muss in der heißen Phase der Session ruhen: Als Prinzessin Heike I. zieht sie mitsamt ihrer sieben Ministerinnen durch die Lande und feiert die jecke Zeit. „Ich finde es ganz toll, mit diesem fantastischen Verein durch die Gegend zu reisen, das macht mich richtig stolz“, erklärte sie.
Besonders Spaß, das verriet sie, machen ihr die Busfahrten mit der Karnevalsgesellschaft: „Man kann sich gar nicht vorstellen, was wir da für einen Spaß haben“, erklärte die Prinzessin der KG Laakebüll. Für sie ist der Verein eine „große, bunte Familie“, verriet die Regierungsbeschäftigte. Die engen, sehr persönlichen Verbindungen der aktiven Mitglieder untereinander seien das, was den Karneval in Rath-Anhoven für sie besonders mache. Nach ihrer Session als Prinzessin, das hat Heike Wenzgoll beschlossen, gibt sie auch ihren Job als Orden-Designerin weiter, der KG bleibt sie allerdings, das ist sicher, noch viele weitere Jahre erhalten.