Seit mehr als vier Jahrzehnten hat sich die Firma Rofu mit Spielwaren und Baby-Artikeln am Markt etabliert. Im Sortiment hat der Händler beliebte Marken wie etwa Playmobil und Lego, aber auch Produkte von Ravensburger, Simba oder Besttoy sind in den Filialen erhältlich. Jetzt ist das Unternehmen mit Sitz in Hoppstädten-Weiersbach (Rheinland-Pfalz) in finanzielle Schwierigkeiten geraten und meldete Insolvenz in Eigenverwaltung an.

Eine von deutschlandweit mehr als 100 Filialen befindet sich in der Kalkofenstraße in Weinstadt. Neben bunten Spielzeug-Packungen und Bastelbedarf liegen am Rand des Teilorts Endersbach auch Schulhefte und Schreibwaren in den Regalen. Grund für den Insolvenzantrag ist laut einer Mitteilung des Unternehmens aber vor allem die Zurückhaltung beim Geschenkekauf. Neben gestiegenen Kosten und einem intensiven Wettbewerb, auch mit dem Online-Handel, werden die anhaltende Konsumflaute und ein schwaches Weihnachtsgeschäft genannt.

Das schwache Weihnachtsgeschäft und der intensive Wettbewerb mit Online-Händlern machen den bundesweit mehr als 100 Rofu-Filialen zu schaffen. Foto: Jürgen Lenkeit

Das sogenannte Eigenverwaltungsverfahren soll darauf abzielen, das Unternehmen langfristig zu erhalten: Das Management bleibt dabei im Amt und wird in diesem Fall von dem Sanierungsspezialisten Pluta unterstützt. Rofu-Geschäftsführer Michael Fuchs betont, dass der Betrieb in allen Filialen ohne Einschränkungen fortgeführt werde. „Unsere Fachmärkte bleiben zu den gewohnten Zeiten geöffnet. Auch im Online-Shop können Kundinnen und Kunden weiterhin wie gewohnt bestellen“, so Fuchs.

Die Gehälter der fast 2000 Beschäftigten sind bis April gesichert

In den vergangenen Monaten habe das Unternehmen bereits ein umfassendes Sanierungskonzept erarbeitet, das nun im Rahmen der Eigenverwaltung umgesetzt werde. Die etwa 1970 Beschäftigten seien bereits über den aktuellen Stand informiert worden. Ihre Gehälter seien über das Insolvenzgeld für die kommenden drei Monate abgesichert. Zudem stehe Rofu-Kinderland im engen Austausch mit dem Einkaufsverband Markant, um sicherzustellen, dass die Lieferketten stabil bleiben und Waren weiterhin wie gewohnt ausgeliefert werden.

Im Zuge der strategischen Neuausrichtung setze das Unternehmen künftig stärker auf den stationären Handel als Herzstück der Marke, ergänzt durch eine engere Verzahnung mit digitalen Angeboten. Darüber hinaus sollen Prozesse optimiert, die Bestands- und Flächensteuerung effizienter gestaltet und die Zusammenarbeit mit Lieferanten weiter intensiviert werden. „Ziel ist es, das Unternehmen zu retten“, sagt Patrick Sutter, ein Pressesprecher der Pluta Rechtsanwalts GmbH. Allerdings wird nicht ausgeschlossen, dass die Beschäftigten mit einem Personalabbau rechnen müssen.