Innenstadt im Wandel
Zieht die Messe jetzt in den ehemaligen Kaufhof ein?
23.01.2026 – 14:05 UhrLesedauer: 2 Min.
Das leerstehende Kaufhof-Gebäude (rechts): Werden hier künftig Tagungsgäste Einzug halten? (Quelle: IMAGO/Ardan Fuessmann/imago)
Der ehemalige Kaufhof in der Innenstadt soll zum Hotspot für Bildung und Kongresse werden. Die Nürnberger Messe wittert eine Chance. Unter einer Bedingung.
Der ehemalige Kaufhof bleibt Gesprächsthema. Noch immer ist die Frage offen, was langfristig in dem Gebäude unterkommen soll. Die CSU hat die Idee eines Kongress- und Tagungszentrums, das hier im Herzen der Innenstadt und damit in bester Lage entstehen soll.
Welche Rolle könnte die Messe in dieser Entwicklung spielen? Von einer guten Möglichkeit spricht Peter Ottmann, Geschäftsführer der Nürnberg Messe GmbH am Rande der Jahresbilanzpressekonferenz. Denn in Nürnberg fehle ein Veranstaltungsort für Kongresse und Events mittlerer Größe. Damit meint er Veranstaltungen mit rund 1.000 Teilnehmern. „Klar, können wir die auch hier draußen veranstalten“, erklärt der CEO weiter, „aber einmal Schlüssel umdrehen kostet 10.000 Euro.“ Das stehe in keiner Relation.
Deshalb seien sie grundsätzlich interessiert an einer Kaufhof-Lösung. Dies stehe und falle aber mit den Rahmenbedingungen und dem Investorangebot.
Die Stadt Nürnberg hat den ehemaligen Kaufhof an der Königstraße gekauft. Seitdem ist etwa ein Ikea und ein Wöhrl-Outlet zur Zwischennutzung eingezogen. Jetzt gilt es, den Ort langfristig zu entwickeln. Die Stadt würde das am liebsten gemeinsam mit dem seit Jahren leer stehenden City-Point und dem Zeughaus tun. Den City-Point hatte zwischenzeitlich die Versicherungskammer Bayern gekauft.
Bislang vorgesehen ist für beide Gebäude ein Nutzungsmix aus Bildung, Wissenschaft, Handel und Gastronomie. Diskutiert wird auch die Unterbringung einer Markthalle. Darüber hinaus besteht eine offizielle Absichtserklärung, aus dem ehemaligen Kaufhaus ein Bildungszentrum zu gestalten. Die haben 2024 neben der Messe etwa auch die Universitäten in Nürnberg und Erlangen und die Industrie- und Handelskammer unterschrieben.
Ideen gibt es viele, die Diskussionen laufen und die Stadt lotet aus, was in ihrer Immobilie geht – und was nicht. Klar jedenfalls ist, dass es für das Projekt Geld braucht, also Investoren.
Dies wird auch Thema in der nächsten Stadtratssitzung sein, die am Mittwoch nächster Woche stattfindet. In einer Vorlage dazu heißt es, dass nun „ein geeigneter Investor bzw. Entwicklungspartner identifiziert werden soll, der ein städtebaulich, funktional und wirtschaftlich überzeugendes Gesamtkonzept entwickelt und umsetzt“. Dies soll in den nächsten zehn bis 18 Monaten geschehen.
