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Hendrik Mulder beim Videodreh zu einem Shooting in Antwerpen für die Modelagentur „Disstrikt-Models“ 2023. © Hendrik Mulder
Der Projektleiter aus Rotenburg fotografiert nebenberuflich Hochzeiten und Sportevents. Seine Leidenschaft entdeckte Hendrik Mulder als Soldat im Auslandseinsatz wieder. Jetzt hat er ein Studio und viele Aufträge.
Rotenburg – Gerade so rechtzeitig schafft er es zum Termin, zuvor war ein spontanes Immobilienshooting in Völkersen bei Langwedel reingekommen. Jetzt muss er seine Fotos im Rotenburger Studio noch für seinen Auftraggeber, eine Makleragentur, hochladen. Hendrik Mulder trägt ein schlicht einfarbiges Shirt, eine Cap auf dem Kopf und lächelt aus seinem Vollbart heraus. Er fotografiert als Hobby am liebsten Tiere sowie die Landschaft und ist in der Natur unterwegs. „Beim Fotografieren lässt man die Natur anders auf sich wirken, ich komme da runter. Das ist mein Ruhepol“, erläutert er.
Vom Naturfotografen zum bezahlten Eventfotografen
Natürlich sei Mulder bei der Ankündigung von Polarlichtern die vergangenen Tage unterwegs gewesen. Außerdem macht er gerne Drohnenbilder, wie zum Beispiel von der Wümme in der Schneelandschaft. Nebenberuflich darf es schon mal auch lauter werden, er fotografiert gerne Sport-Veranstaltungen und Hochzeiten und erzählt leidenschaftlich davon. „So ein ganzer Tag beim Sport-Event ist echt anstrengend, als Fotograf bewegt man sich ja total viel und macht eigentlich ständig Kniebeugen. Aber es macht mir wahnsinnig Spaß.“ Mulder war so beispielsweise auch schon bei vielen Marathons und beim Ironman und Hyrox-Fitnessevent in Hamburg fotografisch unterwegs.
Auch bei Shootings für Albumcovers ist Mulder mit Herz dabei: Hier 2024 für die Band „Maroon to Black“ aus Hamburg. © Ulrike Kohl
Der gebürtig aus Zeven stammende Freizeitfotograf, der heute in Rotenburg wohnt, arbeitete hauptberuflich als Projektleiter im Instandhaltungsmanagement. Davor führten seine Stationen von der abgeschlossenen Tischlerlehre über zwölf Jahre als Soldat im Truppendienst bei der Bundeswehr und im Anschluss über Fachabitur und Bauingenieursstudium. „Als Tischler konnte ich mich kreativ ausleben, das fehlt mir jetzt. Da ist das Fotografieren als Nebenberuf der perfekte Ausgleich“, erklärt er sich.
HJM-Photography
Mehr Informationen zu Hendrik Mulders Angeboten gibt es online unter hjm-photography.de.
Neben der Sporteventfotografie bietet auch die Immobilienfotografie für Makleragenturen gutes Geld, dazu kommen Angebote für Porträtfotografie, Bewerbungs- und Familienfotos sowie Hochzeits- und Aktfotografie. Termine gibt es nur nach Vereinbarung. Durch das Geld, das Mulder mit den Fotos verdient, könne er sich dann gutes Equipment kaufen, das vor allem für die Sportfotografie notwendig ist. Er ist sichtlich breit aufgestellt, macht aber nur die Aufträge, auf die er auch Lust hat.
„Wenn ich merke, dass eine Kundin im Vorgespräch bereits zu perfektionistisch ist und mir klar ist, dass ich das fotografisch nicht so umsetzen kann, lehne ich den Auftrag ab“, erklärt der 41-Jährige. Jeder seiner Einsätze sei für ihn natürlich auch Eigenwerbung. Immer wieder seien Interessierte auf Hochzeiten oder bei Veranstaltungen, die er fotografierte, auf ihn zugekommen und hätten gefragt, ob er für sie auch fotografieren könne. „Und jetzt sitze ich hier“, freut sich Mulder in seinem Studio. Das Fotografieren hat er bereits über seinen Vater kennengelernt, der hobbymäßig gerne mit der Kamera unterwegs gewesen sei. „Da hab ich bei Festen auch mal die Kamera in die Hand bekommen.“
Netzwerkveranstaltung HafenCity-Walk in Hamburg 2025: Als Fotograf braucht es aus Hendrik Mulders Sicht viel Beweglichkeit. © Benjamin Jansen
Dass diese zu seiner großen Leidenschaft wird, habe er erst als Soldat im Afganistaneinsatz gemerkt. Mit einer kleinen Digitalkamera wollte er Erinnerungen aus der Zeit einfangen. „Ich habe viele Fotos gemacht und es hat mich wirklich erfüllt, danach habe ich das Hobby intensiviert“, sagt Mulder. Im Herbst 2022 hat er dann seine Fotografie als Nebengewerbe angemeldet, im Februar 2023 fand er passende Räume für sein kleines Studio. Ein wahrer Glücksgriff, betont er. „Ein einfaches Studio mit zwei Räumen und einer Toilette, das ist perfekt.“ Sein bisheriges bezahltes Highlight sei eine Hochzeit auf einem schönen Hof in der Nähe von Hannover gewesen. Dort hat er den ganzen Tag begleitet, von der Braut, die sich fertig macht, bis zur Feier nach der Trauung. „Das war eine schöne Location, und ich habe interessante Leute kennengelernt.“
Beim Parcours-Event XLETIX Kids in Hamburg habe er auch großen Spaß gehabt. Dabei sei er in die Sportfotografie ganz zufällig reingerutscht, als er beim Megamarsch auf Mallorca dabei war. „Da habe ich erst erfahren, dass Sportfotografie nochmal was ganz anderes ist“, schwärmt der 41-Jährige. Seine Freude daran führt er darauf zurück, dass er gerne Menschen fotografiert. „Einmal habe ich mit einem Franzosen, der Aktmodel ist, fotografisch ausprobiert, das wurde zu einem achtstündigen Shooting. Das war sehr intensiv“, berichtet er. Aber auch Familienfotografie, vor allem mit Kleinkindern, erfülle ihn. „Es kann sehr schön sein, wenn das Baby sich auf die Kamera fokussiert, wenn die Eltern anderweitig beschäftigt sind. Das gibt schöne Bilder“, sagt Mulder.
Fotograf Hendrik Mulder genießt seinen nebenberuflichen Einsatz beim sportlichen Event Hindernislauf Xletix Norddeutschland 2024 in Grömitz. © Doreen Bauer
Mit dem Smartphone fotografiere er zwar auch mal, aber die Kamera ist ihm deutlich lieber. „Damit habe ich viel mehr Möglichkeiten. Am Handy muss man immer aufpassen, dass das Foto im Automatikmodus nicht verfälscht wird“, sagt der leidenschaftliche Fotograf. Nun freut sich Mulder auf die anstehende Saison, die für ihn wieder viele Sport-Veranstaltungen, Hochzeiten und Shootings bereit halte.
„Ich habe noch so viele Ideen, die ich umsetzen will. Mein langfristiges, privates Ziel sind aber schöne Aufnahmen von einem Eisvogel oder einer Wasseramsel.“ In diesem Jahr plant er mit einem Freund einen Musikvideodreh, denn auch mit der Videokamera weiß er umzugehen und tut dies gerne. Bei einigen Events war er bereits als Kameramann für Video unterwegs.
Durch seine Veranstaltungs-Fotografie habe er keine Angst vor Künstlicher Intelligenz (KI). Die KI biete einige Möglichkeiten, Fotografien zu verbessern. Das mit einem Prompt erstellte Bild sei nun mal kein echtes Foto. „KI kann bildlich niemals die wirkliche Erinnerung festhalten. Das kann nur ein Fotograf.“